| Mittwoch, den 23. November 2011 um 14:21 Uhr |
| Die Stimme der s.Oliver Arena – Teil 2 |
| Von Michael Will (Foto: Silvia Gralla) |
![]() „Brrrrrrrrrrrazzooo“, dröhnt es durch die s.Oliver Arena, wenn Matthias “Matze“ Bielek, Einheizer der “rot-weißen Hölle“, einen Treffer des Würzburger Spielers Christoph Henneberger bejubelt. Ob in der Halle oder im Lokalradio – durch seine emotionalen Ausbrüche wurde der kleingewachsene Moderator in den letzten Jahren zum Liebling der unterfränkischen Basketballfans. Auf dem Weg zum Beko-BBL Auswärtsspiel der s.Oliver Baskets bei den New Yorker Phantoms Braunschweig sprach COURT-VISION.DE mit Matze Bielek. Der gebürtige Dettelbacher war von Beginn an Fan und Hallensprecher der s.Oliver Baskets. Neben dieser Tätigkeit war der 29-Jährige bis Ende Oktober hauptberuflich zehn Jahre als Rundfunkmoderator beim Regionalsender Radio Gong Würzburg tätig. Dort moderierte er auch die Live-Einblendungen aus der s.Oliver Arena. Anfang November hat sich der Unterfranke beruflich verändert und ist zum Pay-TV-Sender Sky nach München gewechselt. Du hattest in diesem Jahr auch schon Dein Erlebnis mit einem NBA Star. Im Sommer hast Du zusammen mit Frank Buschmann von SPORT1 den D-Day, den Empfang von NBA-Champion Dirk Nowitzki an der Würzburger Residenz, moderieren dürfen. Wie war dieser Tag für Dich? Matze Bielek: „Die Zusammenarbeit mit Buschi war für mich, auch wenn das vielleicht blöd klingt, fast größer als mit Dirk Nowitzki auf der Bühne zu stehen. Dirk kannte ich ja bereits von einigen Interviews. Das war natürlich eine wahnsinnige Ehre für mich, das machen zu dürfen. Der Buschi ist beruflich mein Vorbild. So ein guter Basketballer wie Dirk werde ich nie werden, aber vielleicht kann ich zumindest irgendwann einmal beim Buschi anklopfen. Von ihm kann ich viel lernen, deswegen war das super für mich, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist auch ein super netter Kerl und Kollege. Er hat mir gleich viele Tipps gegeben und wir haben nach wie vor Kontakt. Wir sind ja jetzt inzwischen mehr oder weniger Nachbarn in München.“ Wie war das am D-Day für Dich, vor einem solch großen Publikum zu moderieren? Matze Bielek: „Das war definitiv meine Moderation vor der größten Menschenmenge. Als ich da auf der Bühne stand und die Menschenmasse auf dem Residenzplatz gesehen habe, diese 15.000 Menschen, da ist mir echt einer abgegangen. Das war für mich als Basketballfan und Sportfreak von Radio Gong definitiv der beste Tag meines Lebens. Es wird auch schwer werden, das noch einmal zu toppen. Das war wirklich Wahnsinn, weil der Dirk halt auch einfach so ein super Typ ist. Man hat ihm auch angemerkt, dass er diesen Tag und das Bad in der Menge völlig genossen hat. Das war einfach ein perfekter Tag.“ Der Empfang hatte einen riesigen Medienrummel ausgelöst. Mehrere deutsche, sogar amerikanische TV-Sender waren vertreten. Hat Dir das zu einer neuen, überregionalen Bekanntheit verholfen? Matze Bielek: „Ja, es war auch beruflich für mich natürlich ein sehr erfolgreicher Tag. Ich habe viel Feedback dafür bekommen. Auch viel positives Feedback, was mich gefreut hat. Der Verfasser des Livetickers auf einem deutschen Nachrichtensender war aber anscheinend nicht gerade mein Fan. Aber damit muss man in diesem Job leben.“ Kommen wir zu den s.Oliver Baskets. Bisher konnten alle Heimspiele gewonnen werden. Nach dem achten Spieltag steht man als Aufsteiger auf dem zweiten Platz der Beko BBL. Was sagst Du zum bisherigen Saisonverlauf? Matze Bielek: „Wir haben zuhause einen wahnsinnigen Vorteil. Mit dieser Stimmung und diesem Publikum im Rücken, das ist einfach gigantisch. Also da spielen wir stimmungstechnisch, auch wenn wir so eine kleine Halle haben – wobei das ist wahrscheinlich gerade das, was es ausmacht –, wirklich ganz oben mit. Das ist einfach unser großer Vorteil zuhause. Auswärts ist das wieder ganz anders. Das haben wir in den bisherigen Auswärtsspielen auch gemerkt. Wobei durch das Polster, das wir uns zuhause geschaffen haben, denke ich, dass wir die Auswärtsfahrten relativ gelassen angehen können. Denn beim momentanen Tabellenstand wird uns das auch keiner übel nehmen, wenn wir auswärts einmal Punkte lassen und ein bisschen Lehrgeld bezahlen. Die Mannschaft und der Verein sind noch in der Entwicklung. Keiner verlangt von uns, als Tabellenzweiter in die Playoffs zu gehen.“ Was meinst Du: Wo werden die Baskets am Ende der Saison stehen? Matze Bielek: „Also ich habe von Anfang an schon gesagt, dass ich mir relativ sicher bin, dass wir in die Playoffs kommen. Dafür reicht Platz acht und da gehe ich auch fest davon aus, dass wir den am Ende des Jahres mindestens haben werden.“ Wer ist Dein persönlicher Lieblingsspieler in der Mannschaft? Matze Bielek: „Meinen Lieblingsspieler erkennt man ja schon an dem Trikot, das ich als Hallensprecher immer trage. Christoph “Brazzo“ Henneberger aus dem einfachen Grund, weil er unser Lokalmatador und ein wahnsinniger Sympathieträger ist. Er ist auch ein Symbol dafür, was man mit Ehrgeiz sportlich alles erreichen kann. Auch wenn er jetzt in der BBL nicht so viel Spielzeit bekommt wie er sich vielleicht selbst erhofft hat. Ich habe neulich das Regionalligaderby SC Heuchelhof gegen die TG Würzburg gesehen und mir dabei überlegt, dass der Brazzo vor vier Jahren selbst noch auf diesem Niveau gespielt hat. Wenn man dann sieht, wo er jetzt spielt, wo er sich hingearbeitet hat, ist das allen Respekt wert. Von daher ist er völlig zurecht auch Publikumsliebling und ein absolut angesehener Mitspieler.“ Du bist nah an der Mannschaft dran. Du erlebst die Stimmung unter den Spielern. Von außen wirkt es, als wäre das Team ein richtig eingeschworener Haufen? Matze Bielek: „Absolut! Das macht sicher auch den Erfolg momentan aus. Auch wenn es manchmal schwierig ist, weil es viele unterschiedliche Charaktere sind, aber was ich so mitbekomme, spornen sie sich alle gegenseitig an. Oliver Clay zum Beispiel hat ja auch schon gesagt, dass er einen schwierigen Start und aus meiner Sicht auch zu wenig Spielzeit bekommen hatte. Gegen Bonn wurde er dann ins kalte Wasser geworfen und ist sofort zum MVP der Partie geworden. Das klappt nur dann, wenn innerhalb der Mannschaft die Stimmung gut ist und nicht jeder nur sein eigenes Ding macht. Den Oli haben sie alle im Team bei Laune gehalten. Deshalb war er auch immer voll bei der Sache und genau dann da, als ihn die Mannschaft gebraucht hat.“ Wie schätzt Du den Anteil von Trainer John Patrick am bisherigen Erfolg ein? Matze Bielek: „Ich glaube, dass John ein Trainerfuchs ist, was ja auch alle gegnerischen Coaches immer sagen. Er hat eine wahnsinnige Erfahrung und seine Vita, seine Erfolge sprechen auch für ihn. Ich glaube schon, dass er einen großen Anteil an dem momentanen Erfolg hat. Schon aus dem einfachen Grund, weil er hauptverantwortlich für die Zusammenstellung des Kaders ist und das Team super harmoniert. Mit Chris Kramer hat er noch einmal einen absoluten Glücksgriff gelandet. John hat eine riesige Ausstrahlung und auch die Fähigkeit, sowohl mit jungen, als auch mit erfahrenen Spielern passend umzugehen. Klar ist nicht immer jeder zufrieden. Nicht jeder Spieler kann die Spielzeit bekommen, die er sich wünschen würde, aber es macht auf mich den Eindruck, dass das trotzdem hinhaut. John ist ein super sympathischer und netter Kerl – zu jedem im Verein.“ |