Banner
Dienstag, den 09. März 2010 um 23:01 Uhr
Trotz Niederlage geht der Blick nach vorne
Von Leo Emmert   
Im Kampf zweier benachbarter Kellerkinder haben sich die Giants aus Nördlingen den ETB Wohnbau Baskets Essen geschlagen geben müssen. Vor 1.700 Zuschauern in der Sporthalle Am Hallo unterlagen die ohne Joe Tesfaldet (Muskelfaserriss), Jannis Michael (fiebrige Erkältung) und Marc Liyanage (U20-Nationalmannschaftstest) angetretenen Rieser mit 76:87 (46:48) haben damit nun zwei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Die treuen Fans der Giants Nördlingen durchleben derzeit eine schwere Phase. Foto: Klaus Hofmann

Die treuen Fans der Giants Nördlingen durchleben derzeit eine schwere Phase. Foto: Klaus Hofmann

Beide Mannschaften hatten sich viel vorgenommen und zeigten bis zum Schluss, dass sie nicht gewillt waren, die im Abstiegskampf äußerst wichtigen Punkte ohne Gegenwehr abzugeben. Das Spiel hinterließ dabei jedoch in keiner Phase den Eindruck eines Abstiegsduells, kein Zentimeter Boden wurde kampflos preisgegeben und beide Coaches hätten keinen Grund gehabt, ihre Startformation im ersten Viertel (20:20) zu ändern. Doch kassierte Janis Heindel in der achten Spielminute ein nicht nachvollziehbares technisches und postwendend auch noch sein drittes persönliches Foul, wodurch Andras Zsoldos gezwungen war, seinen Verteidigungs-Spezialisten auf die Bank zu beordern. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Giants durch sehenswerte Spielzüge eine 15:6-Führung, gekrönt von einem erfolgreichen Alley-Hoop-Anspiel von Watson auf Niebuhr, erarbeitet und die Essener mittels einer variablen Defense gehörig ins Schwitzen gebracht.

Auch das zweite Viertel zeigte die ganze Vielseitigkeit des Basketballs. Essen war mit acht von elf Versuchen zwar die erfolgreichere Mannschaft, Nördlingen hatte jedoch das bessere Händchen bei den Dreipunktwürfen. Klein beigeben wollte dementsprechend auch nach dem Seitenwechsel keines der beiden Teams, doch hatten die Essener das nötige Quäntchen mehr Glück, indem ihre Würfe mit einer 50-prozentigen Quote ihr Ziel fanden, während die Rieser mit ihrer Chancenverwertung haderten. Viele ihrer Würfe schauten bereits in die Reuse, drehten sich jedoch wieder heraus. So gelang es den Westfalen sich bis zur 26. Minute auf 59:50 abzusetzen. Die Giants ließen sich jedoch nicht abschütteln. Punkt für Punkt kämpften sie sich wieder heran. Lediglich fünf Zähler Differenz leuchteten von der Anzeigetafel, als dem Essener Spielmacher mit Ablauf des Viertels noch ein Dreier zum 66:58 gelang.

Dass weder die Essener noch die Rieser im letzten Durchgang aufgeben wollten, zeigt die Anzahl der Freiwürfe, die beide Mannschaften zugesprochen bekamen. Es gab keine einfachen, unbedrängten Würfe mehr. Beide Teams mussten jeweils 13 Mal an die Linie. Jetzt jedoch hatten mit zwölf (92 Prozent) gegen neun (70 Prozent) die Gastgeber die Nase vorn. Josef Eichler, der ein äußerst beherztes Spiel zeigte, konnte zwar zunächst mit einem Korbleger den Essener Vorsprung auf sieben Zähler verkürzen, verwandelte anschließend aber nur einen von drei ihm zugesprochenen Freiwürfen. Die Wohnbau-Baskets hatten zu diesem Zeitpunkt mehr Erfolg, versenkten einen Dreier und legten zwei Treffer von der Linie nach, so dass die Rieser erstmals in der vierten Spielminute des letzten Viertels zweistellig ins Hintertreffen gerieten. Die Giants kämpften weiter, aber eine Wende des Spiels war gegen eine von 1.700 Fans angepeitschte Essener Mannschaft für die Nördlinger nicht mehr möglich.

ETB Wohnbau Baskets Essen: Kepkay (25), Chones (19), Schröter (17), Howell (8), Terdenge (7), Fiorentino (6), Jovanovic (3), Bartels (2), Kern
Giants Nördlingen: Morris (16), Watson (16), Niebuhr (13), Dawson (10), Eichler (8), Archibald (6), Heindel (5), Fumey (2), Börstler
Ausführliches Scouting