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Sonntag, den 28. Februar 2010 um 19:05 Uhr
Rieser geraten immer tiefer in den Abstiegsstrudel
Von Thomas Lambertz   
Mit großen Schritten bewegen sich die Giants Nördlingen dem Abstieg entgegen. Bei der mehr als verdienten 71:78-Heimniederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten USC Freiburg stand mit wenigen Ausnahmen eine leidenschafts- und emotionslose Nördlinger Mannschaft auf dem Parkett. Dass diese Ansicht nicht nur dem Hirngespinst eines kritischen Berichterstatters entspringt, bestätigte ein niedergeschlagener, sichtlich geschockter Giants-Trainer Andras Zsoldos.

Lange Gesichter: Nach dem 22. Spieltag findet sich Nördlingen auf einem Abstiegsplatz wieder. Foto: Hofmann

Lange Gesichter: Nach dem 22. Spieltag findet sich Nördlingen auf einem Abstiegsplatz wieder. Foto: Hofmann

Der verwies zwar auf die bekannten Probleme beim Einbau neuer Spieler ins Team, jedoch auch auf deren Statistiken. Mit Donovan Morris in seinem zweiten Spiel für die Giants und Marc Dawson als Debütant für den verletzungsbedingt ausgeschiedenen Rob Ferguson hatte er zwei Aktivposten in einem Team, das sonst auf ganzer Linie enttäuschte. Lediglich Janis Heindel führte der ehemalige ungarische Nationaltrainer noch als Beispiel für eine gesunde Grundeinstellung im Kampf gegen den Abstieg an: „Wir brauchen mindestens vier neue Spieler, die sich dementsprechend präsentieren wie die drei es heute vorgemacht haben.“ Auch Leo Niebuhr demonstrierte mit einem Double-Double (11 Punkte, 10 Rebounds) einen Ansatz von Kampfgeist. Morris, Niebuhr und Dawson waren dann auch die effektivsten Spieler bei den Nördlingern, die im Abstiegsduell während der gesamten 40 Minuten in eigener Halle nicht ein einziges Mal in Führung gingen.

War das erste Viertel mit 19:22 noch geprägt vom Abstiegskampf beider Teams, leisteten sich die Rieser ab der 14. Minute (26:28) eine sechsminütige Auszeit, in der sämtliche Angriffsbemühungen beinahe eingestellt wurden. Dass Freiburg in dieser Phase hätte gepackt werden können, zeigen die wenigen vier Gästepunkte in der gleichen Zeit. Selbst von der Freiwurflinie scheiterten die Gastgeber mit vier Fehlversuchen kläglich. Mit einem unaufgeregten 10:11 ging auch dieses Viertel an die Breisgauer, so dass es zur Halbzeit 29:33 aus Sicht der Gastgeber hieß. Im dritten Viertel nahmen sich die Giants wieder eine großzügige zusätzliche Pause. Beim Stand von 36:41 blieben sie erneut drei Minuten lang ohne Punkte, die Freiburger erzielten dagegen deren sieben, was bereits die Vorentscheidung war.

Zwar warfen die Nördlinger häufig, hatten auch oft Pech mit Bällen, die wieder aus dem Ring rollten, aber überzeugend war auch das nicht. Mit 12:19 holten sich die Gäste das dritte Viertel und hatten den Vorsprung auf 41:52 ausgebaut. Der Schlussabschnitt wurde dann zur Verwunderung der 1.238, von den Giants zum Vertreiben des Abstiegsgespenstes um Hilfe gerufenen Zuschauer tatsächlich noch einmal mit reichlich Punkten garniert. 30 Zähler markierten die Nördlinger im letzten Durchgang, also beinahe die Hälfte ihrer erzielten Gesamtpunktzahl. Wie man allerdings gegen den Abstieg kämpft, zeigten der USC, der nicht locker ließ und in der Drangphase der Rieser, soweit man davon sprechen konnte, ebenfalls 26 Punkte erzielte. So gewannen die Gastgeber wenigstens ein Viertel, was aber an der Enttäuschung und dem Frust der Zuschauer nichts mehr änderte.

38 Minuten wurde auf den Tribünen unter Anleitung von UN’96 Vollgas gegeben. Vollgas, das auf Seiten der Giants Nördlingen auf dem Spielfeld schmerzlich vermisst wurde. „Die spielen nächstes Jahr nicht mehr hier, hinterlassen aber einen Scherbenhaufen“, war der Tenor einer bitter enttäuschten Fangemeinde. Lediglich Janis Heindel, der gegen Freiburgs Topscorer Andrew Hunter (20 Punkte) eine gute Verteidigungsleistung bot und Neuzugang Marc Dawson (15 Punkte, 8 Rebounds) schöpften ihr Foulkontingent aus. Topscorer des Abends wurde mit 23 Punkten Nördlingens Donovan Morris.

Giants Nördlingen: Morris (23), Dawson (15), Niebuhr (11), Archibald (7), Michael (5), Watson (5), Heindel (3), Fumey (2), Eichler, Liyanage
USC Freiburg: Hunter (20), Kinsella (15), Roquette (14), Sharda (14), Zazai (9), Petric (5), Grübler (1), Becker, Bosse, Evans, Haag
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