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Sonntag, den 28. März 2010 um 12:57 Uhr
Nördlinger weiter im freien Fall
Von Thomas Lambertz   
50 Prozent Leistung reichen an keinem Arbeitsplatz, um Arbeitgeber und Konsumenten zufrieden zu stellen. Diese Erfahrung mussten die Spieler der Giants Nördlingen bei ihrem Heimspiel gegen den Aufsteiger GiroLive-Ballers Osnabrück machen. Während in Cuxhaven lediglich die zweite Halbzeit Nördlinger Pro-A-Ansprüchen genügte, waren es diesmal die ersten 20 Minuten. Zudem hat die indiskutable 66:95-Niederlage der Rieser endgültig den Rest heiles Nördlinger Porzellan zerschlagen.

Versteinerte Mienen in Nördlingen, wo nach dem BBL-Rückzug jetzt der Fall in die Pro B droht. Foto: Klaus Hofmann

Versteinerte Mienen in Nördlingen, wo nach dem BBL-Rückzug jetzt der Fall in die Pro B droht. Foto: Klaus Hofmann

Nur die ersten beiden Viertel hatte man das Gefühl, dass das Team sich endlich des Ernstes der Lage bewusst geworden ist. Die Giants zeigten ansehnlichen Basketball gegen eine Osnabrücker Mannschaft, die ebenfalls um die Bedeutung dieses Spiels wusste. Ein Sieg des Aufsteigers beim BBL-Absteiger und die Niedersachsen würden ein weiteres Jahr Pro A planen können. 17:19 ging ein erstes Viertel zu Ende, dessen Start die Treuesten der Giants verpassten. Der Nördlinger Fanclub UN‘96 setzte ein Zeichen und boykottierte die ersten Minuten als Reaktion auf die bislang wenig erbaulichen Arbeitsnachweise der Mannschaft. Eine Reaktion, die auch ein Großteil des Rieser Publikums mit den Fans gemein hatte: 845 Zuschauer bedeuteten bei einem Punktspiel Minusrekord der letzten zehn Jahre in Nördlingen. Doch auch ohne UN’96 sorgten die Nördlinger Zuschauer für gute Stimmung, zeigten beide Teams doch Unterhaltsames.

Auch das zweite Viertel ließ offen, wer das Spiel am Ende gewinnen würde, Nördlingen eroberte durch einen Dreier von Josef Eichler in der 13. Minute die 26:23-Führung. Eben der war nach dem Spiel mit 14 Punkten nicht nur Nördlingens Topscorer, sondern neben der guten ersten Halbzeit auch der einzige Punkt, den ein enttäuschter und betroffener Giants-Trainer Andras Zsoldos als positiven Aspekt des Spiels hervorhob. Die Gäste ließen sich allerdings wenig von den Nördlingern beeindrucken. Einen 29:35-Rückstand in der 17. Minute verwandelten sie durch drei Dreier innerhalb einer Minute in eine 38:37- Führung. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Es war der letzte Führungswechsel des Spiels. Mit 38:42 aus Nördlinger Sicht wechselte man die Seiten.

Die Hoffnungen der Rieser auf eine ähnlich starke zweite Halbzeit wie letzte Woche in Cuxhaven zerschlugen sich ab der 27. Minute (52:56). Drei Minuten ohne Korberfolg ermöglichten den Ballers eine 63:52-Führung vor dem letzten Viertel. Alle erwarteten nun ein Aufbäumen der Hausherren. Ähnlich wie es der Tabellenletzte Langen bei seiner 115:121-Niederlage letzte Woche nach vier Verlängerungen in eigener Halle tat. Ähnlich wie es die anderen potentiellen Abstiegskandidaten an den letzten Spieltagen aufzeigten. Ähnlich wie es die Nördlinger Mannschaften in den vergangenen Spielzeiten zeigten, wenn es um die Wurst ging. Doch die Erwartungen wurden böse enttäuscht.


Sechs Fouls, sieben Ballverluste und nur 14 Punkte im entscheidenden Viertel sind einem Pro-A-Publikum im Abstiegskampf nicht zuzumuten. Dabei kassierte man noch 32 Punkte von einer treffsicheren und stark verteidigenden Osnabrücker Mannschaft. Die 66:95-Niederlage gegen eine an frühere Nördlinger Aufsteigerzeiten erinnernde Gästemannschaft war eine Klatsche. Auch wenn die Art nicht überall Zustimmung fand, widersprechen konnte man dem Nördlinger Fanclub am Ende nicht: „Wir haben die Schnauze voll!“ Klare Worte an die Nördlinger Mannschaft, die einen Scherbenhaufen hinterlässt.

Giants Nördlingen:
Eichler (14), Fumey (13), Archibald (10), Niebuhr (9), Watson (8), Dawson (6), Liyanage (3), Morris (3), Heindel, Michael
GiroLive-Ballers Osnabrück: Wachalski (15), Baker (14), Simin (12), Harrelson (11), Rohdewald (11), Ahnsehl (8), Pfeifer (7), Michael (6), Badmus (5), Hebbelmann (4), Fährrolfes (2)
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