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Montag, den 04. Januar 2010 um 23:38 Uhr
Neues Jahr, altes Leid für die Giants
Von Thomas Lambertz   
Die Giants Nördlingen warten weiter auf ein Erfolgserlebnis. Bis drei Minuten vor dem Ende des 14. Punktspiels dieser Saison sah es so aus, als ob der Knoten platzen würde. Da führten die Rieser in eigener Halle noch mit 71:67. Doch ein fulminanter Endspurt der Chemnitz 99ers führte zu einer 75:82 (29:38)-Niederlage und hinterließ eine traurige Mannschaft und Fangemeinde, die durch den Sieg von Verfolger Jena gegen den FC Bayern zudem noch den Sturz auf einen Abstiegsplatz verdauen musste.

Kleinigkeiten gaben den Ausschlag im Duell zwischen den Giants und den Chemnitz 99ers. Foto: Klaus Hofmann

Kleinigkeiten gaben den Ausschlag im Duell zwischen den Giants und den Chemnitz 99ers. Foto: Klaus Hofmann

Man hatte sich so viel vorgenommen im Nördlinger Lager. Die Mannschaft war komplett. Der Langzeitverletzte Casey Archibald wirkte ebenso mit wie Neuzugang Giordan Watson. Doch die jeweils 16 Punkte beider Leistungsträger reichten nicht, um das letzte Heimspiel der Hinrunde für sich zu entscheiden. 16 Offensivrebounds zeigten, wo die Truppe von Chemnitz-Trainer Anton Mirolybov den Hebel ansetzte. Dabei hatte dessen Nördlinger Gegenüber Alexander Biller vor der Reboundstärke, speziell vor den sogenannten zweiten Chancen, explizit gewarnt. Zwölf “second chance points“ der Gäste lassen den Verdacht aufkommen, bei einer Niederlage von sieben Punkten den richtigen Ansatz gefunden zu haben, wie Biller bestätigte: „Chemnitz ist die stärkste Mannschaft im Offensivrebound.“

Dennoch kamen die Gäste, vor allem in den ersten beiden Vierteln, zu vielen leichten Punkten durch einfaches Grundlinienspiel. Die Nördlinger, die die Räume mit einer Zonenverteidigung eng zu machen versuchten, wirkten zu statisch. Immer wieder tankte sich ein Gegner durch. Vor allem der Ex-Rieser Dima Rastatter zeigte, warum er so wertvoll für die Chemnitzer ist. Sieben Punkte im ersten Viertel, 18 Zähler und sechs Rebounds nach 40 Minuten. Zusammen mit Stan Bufford, der ebenfalls auf 18 Zähler kam, war er Topscorer des Abends.

Die Nördlinger spielten nichtsdestotrotz gut mit. Man merkte, dass über die Feiertage viel gearbeitet wurde und mit Casey Archibald ein Leader zurückgekehrt war. Zusammen mit Neuzugang Giordan Watson verlieh er dem Nördlinger Spiel Stabilität und schaffte es auch immer wieder, Rückstände zu egalisieren. So zum Beispiel, als die Hausherren drei Minuten vor Ende des dritten Viertel 40:51 in Rückstand lagen. Watson sorgte mit acht Punkten fast alleine für den 55:54-Viertelstand und die Hoffnung, dass das Jahr 2010 einen positiven Anfang für die Rieser nehmen würde.

Die hatten auch die 1.110 Zuschauer, die endlich wieder einmal vom Team mit ins Boot der Begeisterung geholt werden konnten. Doch letztlich brachten drei unnötige Fehler die Giants auf die Verliererstraße. Die Chemnitzer waren einfach gewillter und bereiter für einen Sieg, der lange auf des Messers Schneide stand. Innerhalb von einer Minute verwandelten sie einen 67:71-Rückstand in eine 76:71- Führung und zogen den Nördlingern damit endgültig den Zahn. „Wir wussten, dass Nördlingen als Heimteam mit der Niederlagenserie einen sehr großen Druck verspürte. Das habe ich meinem Team gesagt. Ruhig spielen und abwarten“, deckte sich Gäste-Coach Mirolybovs abschließendes Statement zum Leidwesen der Nördlinger mit dem Spielverlauf.

Giants Nördlingen: Archibald (16), Watson (16), Fumey (12), Ferguson (11), Michael (9), Niebuhr (6), Heindel (5), Hudson, Tesfaldet
Chemnitz 99ers: Bufford (18), Rastatter (18), Roberts (13), Johnson (12), Lipke (12), Harbut (6), Allen (3), Ahnsehl, Zyskunov
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