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Freitag, den 01. Januar 2010 um 23:55 Uhr
Mit Hudson und Watson aus der Krise
Von Thomas Lambertz   
Während die Schwerkraft bei vielen Extremcouchsportlern über die Weihnachtsfeiertage dank gütiger Mithilfe von Ehefrauen, Müttern und Schwiegermüttern unverhältnismäßig stark angestiegen ist, dürfen sich die Spieler der Giants Nördlingen über das Ausbleiben des Phänomens wechselwirkender Massen, auch Schwere genannt, freuen. Nicht nur das: Am letzten Montag des Jahres 2009 konnte das Team von Trainer Alexander Biller erstmals seit Bestehen des aktuellen Kaders komplett trainieren.

Rob Ferguson und die Giants Nördlingen gehen mit guten Vorsätzen in das neue Basketballjahr. Foto: Klaus Hofmann

Rob Ferguson und die Giants Nördlingen gehen mit guten Vorsätzen in das neue Basketballjahr. Foto: Klaus Hofmann

Was nicht unwichtig scheint zur Vorbereitung auf das letzte Heimspiel der Hinrunde am Samstag um 19.30 Uhr gegen die BV Chemnitz 99. Es ist außerdem das erste Spiel 2010 und zieht endgültig einen Schlussstrich unter das Giants-Jahr 2009. Sportlich den Klassenerhalt in der BBL erkämpft und dort auch den einen und anderen Großen mächtig geärgert, reichte am Ende das nötige Kleingeld nicht für weitere Träumereien. Dies war auch ziemlich schnell den Verantwortlichen der Giants bewusst und man zog die Notbremse in Form eines freiwilligen Abstiegs in die Pro A. Das offizielle Ziel lautete guter Mittelfeldplatz, inoffiziell wird jedoch nur noch vom Klassenerhalt gesprochen. Zum Ende des Jahres 2009 steht man schließlich fast am Ende der Tabelle der zweithöchsten deutschen Basketballliga, punktgleich mit Jena, das den ersten Abstiegsplatz, Rang 15, belegt.

Schmusekurs und überwältigendes Verständnis allerorten sind daher nun Geschichte. Die Verantwortlichen der Giants erhöhen die Schlagzahl und erwarten selbiges auch von der Mannschaft. Mit James Hudson und Giordan Watson wurden zudem dringend benötigte Verpflichtungen geholt. Ein kluger Schachzug des im Urlaub weilenden Giants-Managers Jürgen Kohl, der die Gunst der Stunde zusammen mit seiner rechten Hand und Teambetreuer Leo Emmert sowie Trainer Biller erkannte und am Spielermarkt zuschlug. Doch geht das Experiment schief, dürfte die Luft sehr dünn werden im Nördlinger Lager. Denn nicht nur den Sponsoren ist man etwas schuldig, auch dem Fanclub UN’96 und den Zuschauern, die den Giants über Jahre hinweg die Treue hielten und letztlich auch ein großer Teil der vergangenen Erfolgsstory um die Rieser waren. Gerade der Begeisterungswelle der letzten beiden Spielzeiten haben es die Nördlinger zu verdanken, dass man nach dem Abenteuer BBL “nur“ in die Pro A absteigen musste.

Es gibt leichtere Gegner als die Chemnitz 99ers. Sie sind stark in der Defensive und besitzen ein sehr gutes Reboundverhalten.  Die Sachsen gehören beinahe schon zum Inventar der 27 Jahre alten Hermann-Keßler-Halle. Packenden Spielen in der Regionalliga folgten ebenso rasante Matches in der 2. Bundesliga. Die hatten die Chemnitzer nach der Spielzeit 2001/2002 in einem Herzschlagfinale in eigener Halle gegen den TSV Nördlingen erreicht. Als Trainer bei den Chemnitzer fungierte damals Mike Taylor, heute Headcoach beim BBL-Team von ratiopharm Ulm. Eine Spielzeit später folgten die Nördlinger, um sich direkt wieder in die Duelle mit den Chemnitzern zu stürzen.

Heute stehen die Gäste mit 20 Punkten auf Rang sieben im gesicherten Mittelfeld. Ein Garant für die stabile Leistung ist der Ex-Nördlinger Dima Rastatter, der mit gut zehn Zählern pro Spiel aufwartet. Ein Sieg würde ihn und seine Chemnitzer, bei entsprechendem Spieltagsverlauf, sogar noch weiter hochspülen. Doch das wollen die Giants Nördlingen auf jeden Fall verhindern, kann ihnen das im Erfolgsfall doch auch passieren. Treten die Hausherren komplett an, scheint die dann tiefere Bank den Ausschlag zu geben. Und die hätten statistisch gesehen nach dem Jahreswechsel sogar die Rieser.