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Sonntag, den 24. Januar 2010 um 22:04 Uhr
Heimdebüt des Trainers nicht von Erfolg gekrönt
Von Thomas Lambertz   
Nichts ist geworden aus einer erfolgreichen Heimpremiere für den neuen Headcoach der Giants Nördlingen, Andras Zsoldos. In einem über weite Strecken wenig attraktiven Spiel setzten sich die VfL Kirchheim Knights vor 1.124 Zuschauern in der Hermann-Keßler-Halle am Ende verdient mit 77:69 (38:28) durch und platzierten die gastgebenden Rieser nach dem 17. Spieltag in der Pro A erneut auf einem Abstiegsplatz.

Giants-Spielmacher Giordan Watson musste sich gegen Kirchheims Cedric Brooks behaupten. Foto: Klaus Hofmann

Giants-Spielmacher Giordan Watson musste sich gegen Kirchheims Cedric Brooks behaupten. Foto: Klaus Hofmann

Drei Viertel ähnelte das Spiel einem Makramee-Nachmittag im Seniorenheim, wobei rückwirkend betrachtet bereits der frühe 8:21-Rückstand der Hausherren nach acht Minuten spielentscheidend war. Geholfen hat den Gästen allen voran ihr fulminanter Start von jenseits der Dreierlinie: vier Versuche, zwölf Punkte. Wie schon in Homburg verschliefen die Nördlinger den ersten Durchgang komplett. Beim Rebound glänzten die Giants, die auf Rob Ferguson verzichten mussten, mit Abwesenheit. Und dass man sich in einer Ballsportart auch etwas mehr bewegen muss als es die Rieser taten, erkannte auch Trainer Zsoldos, der lautstark von der Seitenlinie seine Angestellten anpeitschte. Es half nichts. 12:25 hieß es nach zehn Minuten.

Erst als Joe Tesfaldet in der 15. Minute (21:29) einen Bodenkampf um den Ball gewann, Benjamin Fumey einen Ballgewinn verbuchen konnte, der bei Nördlingens Spielmacher Giordan Watson landete und dieser mit einem Zuckerpass Casey Archibald bediente, der mit einem erfolgreichen Wurf plus Freiwurf wegen Fouls zum 24:29 abschloss, fing es an zu brodeln in der Hermann-Keßler-Halle. In dieser Phase, wie noch einige Male im Verlauf des Spiels, wankten die Kirchheimer. Doch statt weiter ruhig und besonnen zu spielen, verfielen die Rieser in unerklärliche Hektik, verwarfen einfachste Bälle und schafften es so nicht, das Momentum auf ihre Seite wechseln zu lassen. So ging man mit einem 28:38-Rückstand in die Halbzeit.

Doch auch die verlieh den Nördlingern keine neuen Impulse, das fehlende Selbstvertrauen war förmlich greifbar. Erst als Jungnationalspieler Marc Liyanage in der 29. Minute einen Dreipunktwurf verwandelte, löste sich die Lethargie. Kirchheims Menck konterte zwar, aber Archibald konnte, erneut mit einem Dreier, den Rückstand zum Ende des dritten Viertels auf unter zehn Punkte drücken (43:52). Erneut schienen die Nördlinger das Blatt wenden zu können. Endlich wachten sie auf, bemerkten, dass die keineswegs sattelfesten Kirchheimer zu packen sind. Bis zur 37. Minute robbte man sich auf 54:59 heran, um wieder in eine Phase großen Leichtsinns zu verfallen und den VfL zurück ins Spiel zu holen. Der, routiniert und clever genug, ließ sich nicht zweimal bitten: Innerhalb von einer Minute stand es wieder 54:66 und die Begegnung war wenige Minuten vor dem Ende gelaufen.

Für Kirchheims Trainer Frankie Ignjatovic war es somit wie im Hinspiel erneut ein perfekter Abend: „Wir wollten zehn Spiele gewinnen, das heute war der zehnte Sieg. Dass uns dies schon im Januar glückt, ist perfekt. So haben wir Planungssicherheit für die nächste Saison.“ Davon können die Giants momentan nur träumen. Der ungarische Coach Andras Zsoldos, der sich in der Pressekonferenz auf deutsch bei den Zuschauern und Fans für das herzliche Willkommen bedankte, sah gegenüber dem Homburg-Spiel schon einige Fortschritte, aber auch eine Reihe individueller und taktischer Fehler: „Daran müssen wir weiter arbeiten. Jeder muss das tun, was er kann und nicht das, was er nicht kann.“