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Freitag, den 29. Januar 2010 um 16:02 Uhr
Giants stehen gegen Schlusslicht unter Zugzwang
Von Thomas Lambertz   
Auch am 18. Spieltag sind die Giants aus Nördlingen Gastgeber und empfangen am Samstag um 19.30 Uhr den Tabellenletzten aus Langen. Was sich vor der Saison keiner gewünscht hat: Das Spiel besitzt tatsächlich Endspielcharakter. Die Rieser stehen nur um einen Platz besser positioniert als ihre Gäste aktuell ebenfalls auf einem Abstiegsplatz. Rob Ferguson wird den Riesern nach seiner Knieverletzung wohl wieder zur Verfügung sehen.

Nicht nur die Anhänger der Giants Nördlingen hoffen auf einen Erfolg über den TV Langen. Foto: Klaus Hofmann

Nicht nur die Anhänger der Giants Nördlingen hoffen auf einen Erfolg über den TV Langen. Foto: Klaus Hofmann

Während die Saison bei den Langenern zwar für deren Anhang unerfreulich konstant auf den Abstiegsrängen stattfindet, mussten die Nördlinger Fans einen tiefen Fall ihrer Mannschaft miterleben. Vor rund einem Jahr empfing man in der BBL Paderborn und konnte den achten Sieg einfahren. Heute sind die Giants nach einem sportlichen Absturz in der Talsohle angekommen und spielen, fast ebenso konstant wie ihre Gäste, erfolglos. Tabellenvorletzter, abstiegsgefährdet und, wie das so ist: Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu. Wurden die Rieser lange Zeit von Verletzungssorgen geplagt, schien es nach einer acht Spiele andauernden Niederlagenserie mit kompletter Mannschaft wieder aufwärts zu gehen. Man durchbrach die Negativserie in Hannover. Doch schon einen Spieltag später hatte man mit Rob Ferguson einen der Schlüsselspieler im Krankenstand. Man holte sich in Homburg eine Packung und verlor auch zuhause gegen Kirchheim, ebenfalls ohne Ferguson. Fehlendes Selbstvertrauen, aber auch in manchen Situationen mangelnder Wille in die Regionen des Spielfelds zu steigen, wo es weh tut, machten die erneute Niederlage perfekt. Allein ein sehr engagierter Trainer Andras Zsoldos an der Seitenlinie konnte seine Mannen nicht vor der zwölften Saisonniederlage bewahren.

Dabei soll nun am Samstag wieder Rob Ferguson helfen. Seine Knieprobleme sollten bis dahin Geschichte sein und seine Präsenz auf dem Spielfeld und unter den Körben für Sicherheit im Team sorgen. Das ist auch nötig, denn die Gäste warten mit dem uneingeschränkten Reboundkönig Alonzo Hird auf. 11,3 Abpraller pro Spiel schnappt sich der 2,05m große Amerikaner. Mit 95kg hat er nicht unbedingt Brecherqualitäten, doch sein Timing und seine Sprungkraft lassen ihn fast immer vor den Gegnern an die Rebounds kommen. Dabei erzielt er 15,5 Punkte im Spiel. Ein Fall für Nördlingens Leo Niebuhr, der immer besser zur Geltung kommt.  Aber auch ein Benjamin Fumey kann seine 2,01m und 108kg besser zwischen Gegner und eigenen Korb bringen. Seine Technik und seine Offensivqualitäten sind unbestritten, doch gewinnt man die Meisterschaft, oder im Nördlinger Fall den Ligaerhalt, bekanntlich in der Verteidigung. Niebuhr und Fumey sollten sich, wie der Rest ihrer Mannschaftskameraden, nicht von Rückständen in den Anfangsminuten aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Mit Josef Eichler haben die Nördlinger noch einen Langen, der unter den Körben gut zupacken kann und hohe Verteidigungsintensität mitbringen kann.

Die wird gefragt sein. Die Langener zeigten zuletzt in Cuxhaven und Kirchheim sehr starke Leistungen und waren zur Halbzeit immer in Schlagdistanz. In Heidelberg, bei der offensivstärksten Mannschaft der Liga, gewannen sie gar mit 83:82. Davor war in Homburg bei den Saar-Pfalz Braves das Spiel lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im letzten Viertel gegen Kirchheim zeigten die Giants ihre Krallen und hatten mehrmals die Chance, das Spiel zu kippen. Doch die Angst vor der eigenen Courage und Unachtsamkeiten vereitelten dies. Der Siegeswille und der Kampf muss bei den Riesern vom ersten Sprungball an spürbar sein. Anders lassen sich die Langener nicht besiegen.

Gegen die Hessen, die mit Marco Völler, dem Sohn des ehemaligen Fußballnationaltrainers Rudi Völler antreten, ist es eine der letzten Chancen, verlorenes Terrain gut zu machen. Im Hinspiel gewann man 89:54 sehr deutlich. Alles andere als ein Heimsieg der Nördlinger wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verkaufen. Der Druck, den man vermeiden wollte, ist nun da. Der Tabellenstand und die kommenden Spiele in Jena, zuhause gegen Karlsruhe und in Crailsheim lassen keine Niederlage zu.