Banner
Sonntag, den 14. März 2010 um 22:47 Uhr
Ballverluste und Burleson treffen Giants hart
Von Thomas Lambertz   
17 Führungswechsel, ein sehr spannendes und ansehnliches Spiel, 88 erzielte Punkte und ein überragender Marc Dawson auf Nördlinger Seite haben nicht für den notwendigen Sieg der Giants Nördlingen gegen den USC Heidelberg gereicht. Die Gäste hatten mit Lyndale Burleson einen Trumpf im Ärmel, der die Nördlinger wohl endgültig aus der Pro A schoss. 42 der insgesamt 95 USC-Punkte gingen beim 88:95 in der Hermann-Keßler-Halle auf sein Konto.

Die Lage für Headcoach Andras Zsoldos und seine Nördlinger wird zunehmend prekärer. Foto: Klaus Hofmann

Die Lage für Headcoach Andras Zsoldos und seine Nördlinger wird zunehmend prekärer. Foto: Klaus Hofmann

Die Rieser trafen mit dem USC Heidelberg auf das offensivstärkste Team der Liga, dementsprechend waren auch die Erwartungen auf ein Punktefestival. Dass aber die Nördlinger sich mit ihrem Saisonschnitt von gut 72 Punkten ebenfalls ins Rampenlicht werfen würden, zumal vor eigenem Publikum, war etwas überraschend, denn zu Hause waren es noch nie mehr als 81 Punkte, und die nach Verlängerung gegen Crailsheim. Grund für die Nördlinger ”Punkteschwemme“ war sicherlich Marc Dawson. Die amerikanische Nachverpflichtung der Giants drückte dem ersten Viertel seinen Stempel auf. 14 Punkte ohne Fehlversuch aus dem Feld, acht Rebounds und eine beachtenswerte Verteidigungsleistung ließen die gut 1.000 Zuschauer hoffen und den kleinen Heidelberger Anhang verzweifeln. Seine Leistung rückte die der gesamten Mannschaft etwas in den Schatten, die insgesamt einen guten Job machte und die Heidelberger Angriffsmaschine nicht in Schwung kommen ließ. Verdientermaßen gewannen die Rieser das erste Viertel mit 27:21.

Ein zweiminütiger, saisontypischer Nördlinger Schlendrian ließ die Gäste allerdings etwas aufkommen. Burleson hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Punkte. Ab der 13. Minute (28:25) fingen sich die Giants wieder. Casey Archibald sorgte mit vier Freiwurfpunkten und einem Feldkorb für eine 35:28-Führung. Doch nach und nach lief Burleson warm. Von Giordan Watson auf Nördlinger Seite nicht zu stoppen, netzte der Heidelberger zwölf Zähler ein und zwang Coach Andras Zsoldos in der 19. Minute zu einer Auszeit. Heidelbergs Trainer Torsten Daume sah das Matchup der beiden Guards Burleson und Watson auch als das Schlüsselduell des Abends an. Mit einer 43:41-Führung der Nördlinger ging man in die Kabine und ließ ein hoffendes und größtenteils zufriedenes Publikum auf den Rängen zurück. Und das, obwohl sich die Anzahl der Nördlinger Ballverluste mit neun an der Zahl schon wieder inakzeptablen Grenzen näherte.

Sebastian Adeberg, nicht unbedingt als Distanzschütze der Liga berüchtigt, eröffnete mit einem Dreier die zweite Hälfte und eroberte erstmals seit der achten Minute eine Führung für die Gäste. Eine Schrecksekunde folgte dann in der 25. Minute beim Stand von 53:50 für die Gastgeber: Leo Niebuhr zog sich im Kampf unter dem gegnerischen Korb eine Platzwunde unter dem rechten Auge zu. Bezeichnend für die gute Einstellung des Nördlinger Teams an diesem Abend, ließ er den Cut sofort nähen und griff im weiteren Verlauf wieder ins Spielgeschehen ein. Bis zur 30. Minute musste er aber mit ansehen, wie Mannschaftskamerad Watson mehr und mehr Probleme mit Burleson bekam, Jibril Hodges vom Parplatz aus einen Dreier versenkte und die Neckarstädter vor dem letzten Viertel mit 61:59 vorne lagen.

Noch war alles drin für die Giants, die nun wirklich gegen den Abstieg kämpften. Das Spiel wurde rauher, aber nicht unfair. Ein Feldkorb und zwei verwandelte Freiwürfe durch Niebuhr sorgten für das 67:65 und die erneute Führung der Hausherren. Heidelberg konterte, ehe Donovan Morris beim 71:70 in der 36. Minute zum letzten Mal die Rieser nach vorne warf. Ein erneuter Wahnsinnsdreier von Hodges läutete einen 9:0-Lauf der Gäste ein. Das letztliche Aus für die Nördlinger besorgten dann zwei schlimme Ballverluste und verlorene Reboundduelle in der Schlussphase. Zu jedem anderen Zeitpunkt der Saison wäre diese 88:95-Niederlage mit einem Schulterzucken hingenommen worden, spielten die Nördlinger doch lange Zeit gut und zeigten sehenswerte Aktionen. Mehr Vorstellungen der Rieser wie die gegen Heidelberg hätten die Giants wohl nicht in diese nun schon fast hoffnungslose Abstiegsituation gebracht.

Giants Nördlingen: Dawson (27), Morris (19), Archibald (14), Niebuhr (11), Heindel (5), Michael (5), Fumey (4), Watson (3), Eichler
USC Heidelberg: Burleson (42), Hodges (22), Adeberg (11), Komarek (9), Vierneisel (9), Williams (2), Barthel, Dietz, Hirschberg
Ausführliches Scouting