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Sonntag, den 08. Januar 2012 um 23:09 Uhr
Würzburger Schaulaufen in Tübingen
Von Michael Will (Foto: Sebastian Hader)   


Dank einer starken Teamleistung haben die s.Oliver Bakets ihre Serie von sechs Auswärtsniederlagen in Folge mit einem 82:60 (37:32)-Erfolg bei den WALTER Tigers Tübingen beenden können. Einen nicht unerheblichen Anteil am zweiten Saisonerfolg hatten aber auch die zahlreichen mitgereisten Würzburger Anhänger. „Das war heute ja mehr ein Heimsieg für uns. Unsere Fans, es waren wohl über 300, waren heute der absolute Wahnsinn“, lobte Baskets-Geschäftsführer Steffen Liebler.

Der Mannschaft machte er ebenfalls ein Kompliment: „Sie hat heute genau da weitergemacht, wo sie im letzten Spiel gegen Berlin aufgehört hat. Die Spieler haben gut gekämpft und gut zusammengespielt.“ Die ersten Minuten der Begegnung weckten allerdings zunächst Erinnerungen an die letzten Auswärtsauftritte. Denn nach einem anfänglichen Abtasten übernahmen zunächst die Schwaben. Schon in der neunten Spielminute erhöhten sie durch einen Dreier von Louis Campbell auf 23:13. Den Würzburgern war in dieser Phase wieder ihre typische Nervosität in fremder Halle anzumerken. Selbst vermeintlich einfache Korbleger landeten beim Aufsteiger immer wieder nur an der Außenseite des Rings. Gerade in der Offensive machte sich der Ausfall von Topscorer Ricky Harris, der sich im Training am Sprunggelenk verletzt hatte, zunächst deutlich bemerkbar. Selbst im eigentlichen Prunkstück der Mannschaft, der Defensive, fand man kaum ein Mittel gegen den Tübinger Center Pavelas Cukinas. Der Litauer, der mit zunehmender Spieldauer immer unauffälliger wurde, punktete im ersten Abschnitt noch nahezu nach Belieben.

Little bringt die Franken in Führung


Ein Distanztreffer von Youngster Maximilian Kleber unmittelbar nach der ersten Viertelpause sorgte dann aber in der elften Minute für die Wende zu Gunsten der Gäste. Nach einem 7:0-Lauf brachte John Little die Franken mit einem weiteren Erfolg von jenseits der 6,75m-Linie in der 16. Minute mit 32:28 in Führung. Zusammen mit Ben Jacobson übernahm Little nun immer mehr die Verantwortung im Angriff. „Wenn ein wichtiger Spieler ausfällt, merken die anderen oft von selbst, dass sie seinen Ausfall kompensieren müssen. Man hat heute gesehen, dass Ben und John ohne zu überlegen von außen geschossen haben. Das können sie, aber ihre Rolle ist normalerweise mehr im Aufbau. Heute haben wir aber ihr Outside-Shooting gebraucht“, erklärte Trainer John Patrick, dessen Team in der Folge immer mehr sein eigenes Spiel etablierte und mit einem 37:32-Vorsprung in die Halbzeitpause ging.

Tübinger phasenweise an die Wand gespielt

Nachdem bereits das zweite Viertel mit 21:9 deutlich an die Baskets gegangen war, sollte es nach dem Seitenwechsel für die Tübinger noch schlimmer kommen. Durch eine erneut beeindruckende Defensivleistung der Gäste wurden sie nun immer mehr an die Wand gespielt. Nach einem Treffer von Reggie Redding zum 42:34 in der 23. Spielminute raubte die Würzburger Mannschaft, bei der nun auch Chris Kramer immer besser ins Spiel fand, dem Gegner mit einem 10:0-Zwischenspurt die noch verbliebene Moral. Gekrönt wurde der dritte Spielabschnitt, der mit 26:6 an den Tabellensiebten ging, durch die spektakulärste Aktion des Spiels. Zwei Sekunden vor der Sirene spielte Chester Frazier einen sehenswerten Alley-Hoop-Pass auf Little, der zum 63:38 versenkte.

Schaulaufen der s.Oliver Baskets

Das letzte Viertel wurde aufgrund der deutlichen Führung zu einem Schaulaufen der s.Oliver Baskets. Während die Fans auf der Tribüne bereits den Auswärtserfolg feierten, erhielten die Bankspieler die Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. „Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit waren heute sehr gut“, so John Patrick. „Ich denke, das war heute auch eine wichtige Erfahrung für Maxi Kleber, dass er wieder in einer entscheidenden Phase auf dem Feld war. Er hatte ein paar sehr gute Aktionen. Es war heute insgesamt eine sehr solide Teamleistung mit doppelt so vielen Assists wie Turnovers, vielen spektakulären und auch ein paar glücklichen Aktionen.“ Sein Gegenüber, Igor Perovic, machte als Ursache für die Niederlage die fehlende Erfahrung seiner Spieler aus: „Wir haben die ersten 15 Minuten noch gut mitgehalten. Einige unserer jungen Spieler haben noch nie gegen Verteidiger wie Little, Jacobson oder Boone gespielt. Die waren viel tougher, das war ein Riesenproblem für uns. Wir hatten deshalb Probleme, den Ball in der Offensive zu kontrollieren.“

Pokal knapp verpasst

Ein Wermutstropfen bleibt für Würzburg trotz des Erfolgs. Da sowohl die New Yorker Phantoms Braunschweig als auch die EWE Baskets Oldenburg ihre Heimspiele gewannen, verpasste der Aufsteiger als Siebter der Beko-BBL-Hinrunde die Pokalteilnahme.

WALTER Tigers Tübingen: Hodzic (13), Young (10), Nash (8), Redding (8), Duggins (7), Cukinas (7), Campbell (5), Spoden (2), Simon, Albus
s.Oliver Baskets: Little (16), Jacobson (14), Kramer (14), Frazier (11), Boone (10), Kleber (7), King (5), Tomaszek (3), Elliott (2), Henneberger, Clay
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