| Sonntag, den 29. Januar 2012 um 17:36 Uhr |
| Umkämpfter Auswärtserfolg beim Schlusslicht |
| Von Michael Will (Foto: Gerd Ulherr) |
![]() Der zweite Auswärtssieg in Folge erwies sich für die s.Oliver Baskets als ein hartes Stück Arbeit. Vor den 3.447 Zuschauern in der ausverkauften Göttinger Sparkassen-Arena machten sich die Franken über weite Strecken durch viele Fehlwürfe selbst das Leben schwer. Doch dank Ivan Elliott, der mit 25 Punkten seine beste Saisonleistung zeigte, konnte am Ende der 63:53 (25:22)-Sieg gegen die BG Göttingen eingefahren werden. „Nach der Pause am letzten Wochenende ist es uns heute schwer gefallen, den offensiven Rhythmus zu finden. Besonders in der ersten Halbzeit, in der wir null Assists hatten. Aber in der zweiten Hälfte haben wir unseren Rhythmus gefunden. Besonders Ivan Elliott und Chester Frazier haben dann die wichtigen Würfe getroffen“, lobte Würzburgs Trainer John Patrick an alter Wirkungsstätte seine beiden Matchwinner nach der Begegnung. „Man kann sehen, auch wenn wir nicht hübsch spielen, dass wir von unserer Verteidigung leben und Erfolg haben. Wir können stolz auf diesen Sieg sein, denn wir haben in einer ausverkauften Halle gegen eine stark verteidigende Mannschaft gewonnen.“ Doch es war nicht nur die starke Defensive der Göttinger, die den Aufsteiger im ersten Viertel zur Verzweiflung brachte. Bei einer Trefferquote von 1/14 aus dem Feld gelangen den Unterfranken gerade einmal vier Punkte in den ersten neun Spielminuten. Erst in den letzten 60 Sekunden vor der ersten Viertelpause konnten schließlich John Little durch zwei erfolgreiche Freiwürfe und Ivan Elliott mit seinem ersten Distanztreffer ihre Mannschaft auf 9:11 heran bringen. „Wir waren heute zu Beginn etwas eingerostet und wohl auch etwas übermotiviert“, erklärte Baskets-Center Jason Boone die Startschwierigkeiten. Elliott baut Führung aus Mit einem 10:0-Lauf starteten die s.Oliver Baskets in den zweiten Abschnitt und übernahmen schließlich in der 13. Spielminute beim Spielstand von 15:13 die Führung. Doch Göttingen hielt weiter dagegen und konnte ein knappes 22:25 in die Halbzeitpause retten. Nach dem Seitenwechsel begann zunächst die “Ivan-Elliott-Show“: Mit elf Punkten innerhalb der ersten vier Minuten baute der Kalifornier die Führung seiner Mannschaft fast im Alleingang bis auf 13 Punkte zum 43:30 aus. Doch das Beko-BBL-Schlusslicht aus Niedersachsen gab nicht auf und kämpfte sich durch einen 11:0-Lauf bis zur letzten Viertelpause auf 41:43 heran. Mit zwei wichtigen Dreiern von Little und Frazier verschaffte sich Würzburg zu Beginn des Schlussabschnitts wieder etwas Luft. Acht Minuten vor Spielende trat dann auch Neuzugang Jermaine Bucknor erstmals offensiv in Aktion. Nach einem Offensivrebound erzielte er per Dunking die ersten Punkte für sein neues Team zum 51:43. Boone über seinen neuen Mitspieler: „Er hatte nur ein paar Tage, um sich bei uns einzufinden. Aber er hat hart trainiert. Er ist ein guter Spieler, der uns definitiv helfen wird.“ Nachdem sich die verzweifelt kämpfenden “Veilchen“ bei verbleibenden vier Minuten auf der Uhr erneut auf fünf Punkte heran gearbeitet hatten und neue Hoffnung schöpften, war es erneut Elliott, der dem Gegner mit seinem vierten Distanztreffer des Abends die Zähne zog. Gerüchte um Harris-Abgang vom Tisch Für BG-Headcoach Michael Meeks stachen besonders zwei gegnerische Spieler heraus, denen er nach dem Spiel einen Ritterschlag verlieh: „Für unsere vielen Ballverluste heute waren John Little und Chester Frazier verantwortlich. Sie sind zwei der besten “On-Ball“-Verteidiger, die ich jemals gesehen habe. Die Jungs sind unglaublich. In ganz Europa, von der Euroleague abwärts, gibt es keine Spieler wie diese, die eine solche Verteidigung spielen und eine solche Mentalität haben.“ Unterdessen beendeten sowohl Patrick als auch Geschäftsführer Jochen Liebler nach der Partie die anhaltenden Gerüchte über einen Abgang des Würzburger Topscorers Ricky Harris: „Ricky wird natürlich bei uns bleiben. Er hat ein Fußproblem, für das wir bisher keine konkrete Diagnose bekommen konnten. Es könnte etwas mit der Achillessehne sein. Er ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft, wir brauchen ihn. Wir brauchen aber auch einen wie Jermaine Bucknor. Wenn wir einen richtigen Push in den Playoffs haben möchten, dann brauchen wir sieben gesunde Amerikaner.“ BG Göttingen: Evans (12), Bailey (9), Tucker (6), Bauscher (6), Horne (6), Weber (6), Sykes (4), Adamczak (3), Allen (1), Noch s.Oliver Baskets: Elliott (25), Frazier (16), Little (6), Jacobson (4), Boone (4), Kramer (4), King (2), Bucknor (2), Tomaszek Ausführliches Scouting |