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Samstag, den 31. Dezember 2011 um 13:03 Uhr
s.Oliver Baskets zeigen ihre zwei Gesichter


Die s.Oliver Baskets haben das Jahr 2011 mit einer weiteren Auswärtsniederlage beendet. Vor 3.740 Zuschauern in der Stadthalle Bremerhaven setzten sich die Eisbären am Ende mit 79:71 (31:38) gegen die Franken durch. „Meine Mannschaft hat zwei Gesichter“, erkannte John Patrick bereits vor der Partie. Beim Gastspiel an der Nordsee führten seine Spieler anschaulich vor, was ihr Trainer damit meinte.


Zu Spielbeginn sorgte der Aufsteiger gleich für die ersten Überraschungen. Chris Kramer und Ivan Elliott mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen, dafür standen Chester Frazier und Alex King erstmals in der Startformation. Es schien, als sollte sich diese Änderung auszahlen. Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Auftritten in fremder Halle starteten die Franken voller Selbstbewusstsein in die Partie. Sieben Minuten lang leisteten die Gastgeber Gegenwehr, dann wurden die Eisbären mit der Einwechslung von Ricky Harris plötzlich zahm. Der US-Guard traf nach Belieben und sorgte mit zehn Punkten für eine 21:14-Führung zur Viertelpause. Auch im zweiten Durchgang setzten die Würzburger die Vorstellung fort und boten eine ihrer bisher besten Leistungen auf fremdem Parkett. Einzig die schlechte Trefferquote aus der Distanz bereitete in dieser Phase etwas Sorgen. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel brachte wiederum Harris mit seinem Dreier zum 38:23 das Publikum endgültig zum Schweigen. Lediglich die etwa 40 mitgereisten Würzburger Anhänger feierten lautstark und trauten angesichts der Leistung ihrer Mannschaft ihren Augen kaum.

Patrick: Haben 17 Minuten gemacht, was wir wollten


„Wir haben heute über 17 Minuten gemacht, was wir wollten, dann bekam Bremerhaven einen Push“, kommentierte John Patrick die Wende des Spiels. Sein Gegenüber Douglas Spradley erklärte, wie es zu dieser Wende kam: „Wir haben unser Spiel auf Zonenverteidigung umgestellt, nachdem Würzburg die ganze erste Halbzeit dominiert hat. In der Halbzeitpause habe ich an die Einstellung der Spieler appelliert. Wir haben dann in der zweiten Halbzeit eine ganz andere Mannschaft mit einer viel höheren Intensität gesehen.“ Genau genommen begann die Wende zwei Minuten vor dem Seitenwechsel. Mit einem 8:0-Lauf verkürzten die Norddeutschen ihren Rückstand bis zur Pause auf sieben Punkte. Die Gäste zeigten unterdessen in den verbleibenden 20 Minuten das hässliche ihrer beiden Gesichter.

Selbstvertrauen weicht allgemeiner Verunsicherung


Als wären die Spieler in der Kabine ausgetauscht worden, war jegliches Selbstvertrauen einer allgemeinen Verunsicherung gewichen. Bestes Beispiel hierfür war eine Szene von Ivan Elliott, der an der Dreierlinie freistehend den Ball bekam. Doch durch seine bisherige Trefferquote (0/6 Dreier) offensichtlich völlig verunsichert, starrte er lediglich bewegungslos den Korb an, verweigerte den Wurf und zog stattdessen erfolglos ins Getümmel unter dem Korb. „Einer unserer besten Schützen, Ivan Elliott, war heute kalt und hat seine Dreier nicht genommen. Stattdessen ist er immer wieder zum Korb gezogen, wo er sich meist nicht durchsetzen konnte“, kritisierte Patrick nach der Partie. Trotz eines rabenschwarzen dritten Viertels konnten die s.Oliver Baskets das Spiel aber bis zur 33. Minuten offen halten.

Seestädter setzen sich endgültig ab


Beim Stand von 55:54 fand dann ein Distanzwurf des immer stärker werdenden Bremerhaveners Mike Smith sein Ziel. Im Gegenzug musste Chester Frazier nach seinem fünften persönlichen Foul die Partie beenden. Die Seestädter legten sofort durch Treffer von Chris Mc Naughton und einen weiteren Dreier von Mike Smith nach und setzten sich endgültig ab. 50 Sekunden vor dem Ende traf Anthony Smith per Freiwurf gar zum 79:63. Durch einen Korberfolg von Ben Jacobson und zwei weiteren Distanztreffern von Harris konnten die Unterfranken am Ende noch etwas Ergebniskosmetik betreiben.

„Wir haben heute in der ersten Hälfte gut gespielt. Bremerhaven hat dann auf Zonenverteidigung umgestellt und wir haben begonnen, unsere Würfe nicht mehr zu treffen. Wir haben dann angefangen, unsere Köpfe hängen zu lassen und uns über die eigene Leistung zu ärgern. Am Ende konnten wir durch einen kleinen Lauf das Ergebnis noch einigermaßen erträglich aussehen lassen, aber wir haben definitiv einiges zu ändern“, fasste Baskets-Center Jason Boone die Begegnung zusammen.

Eisbären Bremerhaven: Smith A. 17, Cain 14, Everrett 14, Mc Naughton 13, Smith M. 11, Peacock 7, Canty 2, Gordon 1, Raffington
s.Oliver Baskets: Harris 19, Little 15, Boone 9, Elliott 9, Kramer 6, Jacobson 5, Frazier 5, Tomaszek 3, King, Kleber, Clay
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