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Samstag, den 17. Dezember 2011 um 14:20 Uhr
Angeschlagene “Feuervögel“ empfangen s.Oliver Baskets
Von Michael Will (Foto: Kathinka Engelhaupt)   


Betrachtet man die ausgerufenen Saisonziele – den Klassenerhalt – treffen die s.Oliver Baskets bei ihrem Auswärtsspiel gegen Phoenix Hagen am Sonntag um 17.00 Uhr in der ENERVIE Arena auf einen direkten Konkurrenten. Doch die Realität sieht am 13. Spieltag der Beko BBL etwas anders aus. Denn der Aufsteiger konnte zum Saisonbeginn die Liga verblüffen und belegt derzeit mit einer positiven Bilanz von 7:5 Siegen den achten Rang.


Die von Personalsorgen gebeutelten Westfalen dagegen stecken nach nur drei Siegen aus den bisherigen Spielen und einer Serie von zuletzt fünf Niederlagen in Folge als Tabellenvorletzter tatsächlich schon in dieser frühen Saisonphase mitten im Abstiegskampf. „Die Stimmung ist wechselhaft. Hin und wieder kommt der Frust der Niederlagen noch durch“, gesteht Headcoach Ingo Freyer, der auch den aufkommenden Unmut der Hagener Fans versteht: „Das ist doch klar, dass die Leute nicht zufrieden sind. Aber wir stecken mitten im Abstiegskampf und in dem können wir nur gemeinsam bestehen.“

Vergebliche Suche nach einem Aufbau

Den verletzungsbedingten Ausfall des Centers Edward Seward konnte Trainer Freyer inzwischen durch die Verpflichtung von Adam Constantine kompensieren. Schlechter schaut es für Phoenix auf der Aufbauposition aus. Der während der Saison nachverpflichtete Jason Crowe verließ den Club Anfang des Monats im gegenseitigen Einvernehmen wieder. Doch auf der Suche nach Ersatz stießen die Hagener auf ein neues Problem. Freyer zur bisher vergeblichen Spielersuche: „Das hat durchaus etwas mit dem verspäteten NBA-Start zu tun. In Europa ist der Markt an geeigneten Kandidaten leer und in den USA laufen bis Weihnachten und zum Beginn der NBA viele Camps, an denen ungezählte Spieler teilnehmen.“

Fünftbeste Offensive der Liga


Aber nicht nur die Tabellenplätze unterscheiden die beiden Gegner. Vor allem die taktischen Ausrichtungen könnten kaum unterschiedlicher sein. John Patricks Defensive gehört wohl mit zum Besten, was die Liga zu bieten. Dafür zeigten die Unterfranken in ihren letzten Begegnungen deutliche Schwächen im Angriffsspiel. Genau das Gegenteil sah man bisher vom Tabellenvorletzten. Hier steht eine löchrige Defensive der nach erzielten Punkten (80,8) bisher fünftbesten Offensive der Liga gegenüber. Mit Flügelspieler Marc Antonio Carter, derzeit mit 17,3 Punkten pro Partie drittplatzierter der erfolgreichsten BBL-Korbjäger, Aufbau Brandon Brooks (14,8), Flügelspieler und Teamkapitän Zygimantas Jonusas (13,9) sowie Power Forward Jordan Hasquet (10,1) verfügt Ingo Freyer über ein gefährliches Offensivquartett. Beeindruckend sind auch die Saisonbestleistungen dieser Spieler: Carter 33 Punkte gegen Alba Berlin, Jonusas 37 Punkte gegen Bonn und Hasquet 38 Punkte gegen Bayern München.

Patrick: Müssen das Tempo kontrollieren


„Hagen hat ein sehr aggressives und schnelles Team. Sie werfen oft von der Dreierlinie und haben mehrere Spieler, die an einem guten Tag 30 Punkte machen können. Sie sind zwar nicht so tief besetzt, aber athletisch genug, um einen sehr schnellen und attraktiven Basketball zu spielen. Hagen hat den vielleicht schnellsten Backcourt der Liga, die Fans werden ein interessantes Spiel zu sehen bekommen“, so Baskets-Trainer Patrick. „Am gefährlichsten ist Hagen, wenn sie ins Laufen kommen. Wir müssen unser Spiel spielen und vor allem das Tempo kontrollieren.“

Wiedersehen mit Blackwood

Ein Wiedersehen wird es für die erwarteten 100 Würzburger Fans mit Tristan Maurice Blackwood geben. Der kanadische Aufbauspieler spielte in der vergangenen Saison kurzzeitig für die s.Oliver Baskets in der Pro A. Nachdem er sich in Würzburg nicht durchsetzen konnte, war er während der Spielzeit zunächst im Tausch mit Tim Burnette zu den GiroLive-Ballers Osnabrück und dann im Sommer nach Hagen gewechselt. In dieser Saison läuft es für Blackwood bisher deutlich besser. Im letzten Spiel gegen die LTi GIESSEN 46ers war Blackwood mit 19 Punkten sogar Topscorer der “Feuervögel“.