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Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 01:18 Uhr
Traum vom Sieg stirbt mit Nankivils Dreier
Von Sebastian Hader (Foto: Gerd Ulherr)   


In allerletzter Sekunde haben die Basketballer des FC Bayern München auch ihr Auswärtsspiel in der Geburtsstadt ihres Präsidenten Uli Hoeneß verloren. Keaton Nankivil traf mit Ablauf der Uhr nicht nur den Dreier aus acht Metern, sondern auch die Basketballer von der Isar mitten ins Herz. Die müssen nach dem 75:76 (34:44) beim Tabellenzweiten Ulm nun in Bamberg gewinnen, um die Chance zur Teilnahme am Pokal zu wahren.


Platz acht belegen die Münchener vor dem 17. und letzten für die Pokalqualifikation relevanten Spieltag, hinter den punktgleichen Teams aus Oldenburg, Braunschweig und Würzburg. Um den Sprung unter die ersten Sechs nach der Hinrunde zu schaffen, müssen die Bayern also am Samstag nicht nur ihr Gastspiel beim Deutschen Meister gewinnen, sondern auch auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Der zweite nationale Wettbewerb dürfte aber allenfalls die aktuellste, nicht jedoch die größte Sorge des gehypten Aufsteigers sein. Nach der siebten Saisonniederlage bleiben die “Bauermänner“ weiter hinter den Erwartungen zurück und drohen nach der ersten Saisonhälfte gar aus den Playoff-Rängen zu rutschen.

Benzing: Das tut schon weh


In Ulm trennten die Mannschaft nach völlig verkorkstem Start (11:23) am Ende nur wenige Sekunden vom zweiten Erfolg der laufenden Spielzeit in der Fremde. Doch weil Esterkamp den verunglückten letzten Ulmer Einwurf rettete, seinen Mitspieler fand und der den Wahnsinnsdreier verwandelte, standen Steffen Hamann & Co. einmal mehr mit leeren Händen da. „So ein Ding am Ende so zu verlieren, das tut schon weh“, tat sich Nationalspieler Robin Benzing schwer, die sechste Niederlage im siebten Auswärtsspiel zu erklären. „Wir haben den Start verschlafen, sind dann zurückgekommen, hatten es in der Hand und in meinen Augen auch die stärkeren Nerven, aber ich glaube, die Basketballgötter wollten es heute einfach nicht. Aber was sollen wir tun? Wir müssen weitermachen.“

Ausgleich zu beginn des Schlussviertels

So wie nach dem 34:44-Rückstand zur Pause, den die Gäste im dritten Viertel Stück für Stück abtrugen, ehe sie zu Beginn der letzten zehn Minuten in Person des überragenden Jonathan Wallace zum 62:62-Ausgleich trafen. Die Überraschungsmannschaft der Beko BBL aber ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und ging mit dem 13. erfolgreichen Dreipunktewurf des Abends wieder mit vier Zählern in Führung (71:67). Nach einem Homan-Freiwurf war es dann Wallace, der die letzten sieben Punkte der Münchener markierte und auf 75:73 aus FCB-Sicht stellte. Ulm nahm bei noch sechs Sekunden die Auszeit und verlor beim anschließenden Einwurf in der Bayern-Hälfte beinahe den Ball, der letztlich mit bekanntem Ausgang aber doch in die Hände von Keaton Nankivil wanderte.

Stimmen zum Spiel:

Dirk Bauermann (Headcoach FC Bayern München): „Ich bin stolz auf mein Team, weil wir heute, wie auch in den letzten Spielen, vieles richtig gemacht haben. Wir haben uns nach dem furiosen Ulmer ersten Viertel zurückgekämpft. Dass Ulm den letzten Wurf aus acht Metern trifft, war dann natürlich etwas glücklich. Aber so brutal kann Basketball sein. Ich denke, wir hätten den Sieg auch absolut verdient gehabt."

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm Ulm): „Ich habe auch sechs Sekunden vor dem Ende, als wir mit 73:75 hinten lagen und München den Ball hatte, an den Sieg geglaubt. Dass Keaton Nankivil den Dreier aus einer so kuriosen Situation heraus trifft, war dann natürlich auch Glück. Dennoch denke ich, dass wir heute über weite Strecken die Kontrolle hatten. Die ist uns abhanden gekommen, als wir aufgrund der Münchener Zonenverteidigung immer statischer gespielt haben. Dass wir heute gegen einen so starken Gegner gewonnen haben, macht mich Stolz und lässt mich meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen."

ratiopharm Ulm: Mason-Griffin (19), Nankivil (12), Esterkamp (9), Trice (8), Günther (7), Bryant (7), Swann (6), Watts (6), Betz (2)
FC Bayern München: Wallace (26), Homan (19), Benzing (10), Troutman (7), Hamann (5), Nadjfeji (4), Greene (2), Jagla (2), Schwethelm
Ausführliches Scouting