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Donnerstag, den 29. Dezember 2011 um 21:10 Uhr
Hamann führt München zum Sieg
Von Sebastian Hader (Foto: Marcus Arth)   


„Es tut gut, vor ausverkauftem Haus ein solches Spiel zu gewinnen“, war Kapitän Steffen Hamann die Erleichterung nach Spielende anzumerken. Mit 73:65 (34:33) setzten sich seine Münchener Bayern vor 6.700 Zuschauern im Audi Dome gegen den BBC Bayreuth durch und bauten damit ihre gute Heimbilanz aus. Den Oberfranken indes ging nur zwei Tage nach dem hart erkämpften Sieg gegen Bremerhaven am Ende die Luft aus.


Zu Spielbeginn machten die Bayreuther zunächst dort weiter, wo sie im Schlussviertel gegen die Eisbären 48 Stunden zuvor aufgehört hatten. Allen voran Brandon Hunter und Ekene Ibekwe, die gemeinsam elf der ersten 14 BBC-Punkte markierten, bereiteten den Gastgebern in der Anfangsphase arge Probleme. Nach einem 0:8-Fehlstart fingen sich die Bayern zwar und kamen über ein 10:14 wenig später zum 16:16-Ausgleich, die Führung aber behaupteten nach zehn Minuten die Gäste. Stokes traf zum 18:21 aus Münchener Sicht – allerdings nach Ablauf der Uhr. Dirk Bauermann protestierte gestenreich, die Unparteiischen hielten jedoch an ihrer Entscheidung fest und verhängten obendrein ein technisches Foul gegen den aufgebrachten FCB-Cheftrainer. Bayreuth nutzte die Gunst der Stunde und setzte sich auf 28:20 ab, ehe der stark aufspielende Hamann das Heft in die Hand nahm. Der Lohn aggressiverer Verteidigungsarbeit war 54 Sekunden vor der Pause die erste Bayern-Führung.

Wyrick und Homan disqualifiziert


„Wir haben uns am Anfang sehr schwer getan. Bayreuth kam mit viel Feuer aus der Kabine“, resümierte Hamann später, der mit 22 Punkten und vier Assists zum Mann des Spiels avancierte. Der Kapitän der Münchener war es auch, der die zweite Hälfte nach schönem Zug zum Korb mit einem Dunking eröffnete und damit die Richtung vorgab. Die Hausherren verteidigten nun intensiver gegen die lange Garde der Oberfranken, taten sich offensiv allerdings weiterhin schwer. So hielt sich der BBC im Spiel, überstand zwei kritische Phasen beim Stande von 44:39 beziehungsweise 49:44 und befand sich vor dem Schlussviertel weiter in Lauerstellung (53:49). Auf die Dienste des Ex-Müncheners Beckham Wyrick mussten die Gäste ab der 31. Minute allerdings verzichten. Ebenso wie Jared Homan auf der Gegenseite wurde der US-Amerikaner disqualifiziert, nachdem er den Bayern-Center, der trotz Schiedsrichterpfiffs seine Korbaktion zu Ende bringen wollte, angegangen und der sich mit einem kleinen Rempler revanchiert hatte.

Ibekwes unsportliches Foul bringt Vorentscheidung

Überhaupt zeugte die härtere Gangart in dieser Phase der Partie davon, dass die Entscheidung bevorstand. Ibekwe handelte sich wenig später bei einer Aktion abseits des Balles ein unsportliches Foul ein und ermöglichte dem FCB damit die erste zweistellige Führung (61:51). Damit war die Vorentscheidung im Audi Dome gefallen, auch und vor allem, weil die Bayreuther Beine ob des zwei Tage zuvor benötigten Kraftakts gegen Bremerhaven in der Schlussphase schwer wurden. Hunter brachte seine Farben 27 Sekunden vor Schluss noch einmal auf 63:68 heran, doch Nationalspieler Robin Benzing bewies an der Freiwurflinie Nervenstärke und brachte den Münchener Sieg unter Dach und Fach.

Die Bayern gehen damit mit einer Bilanz von neun Siegen und sechs Niederlagen ins neue Jahr, in dem der erste Gegner ratiopharm Ulm heißt. „Die Auswärtsspiele sind bisher unser großes Manko. Ulm wird sicher ein schweres Spiel, aber wenn einmal der Knoten platzt, dann gehören wir unter die ersten Vier in der Liga“, formulierte Steffen Hamann den ersten Wunsch für 2012. Für Bayreuth beginnt das neue Jahr derweil wie das alte: Am 02. Januar empfängt der BBC den oberfränkischen Nachbarn aus Bamberg.

Stimmen zum Spiel:


Marco van den Berg (Headcoach BBC Bayreuth):
„Gratulation an Bayern München. Sie haben zurecht gewonnen. Die Steigerung der Bayern war in der zweiten Halbzeit so gut, dass wir eigentlich keine ordentliche Offensive mehr gespielt haben. Wir haben auch Fehler gemacht, das gehört noch zu unserer Mannschaft. Wir sind noch neu in Spielen mit hohem Druck und dann sieht man, dass wir noch nicht so reif sind, dass wir das ruhig ausspielen und unsere Chancen bekommen. Aber Bayern hat sehr gut verteidigt und ich denke, das war die Basis für den Sieg. Schade, dass es ein disqualifizierendes Foul für beide Spieler gab. Es war ein physisches, aber kein unfaires Spiel. Wir sehen uns nächstes Jahr in Bayreuth."

Dirk Bauermann (Headcoach FC Bayern München):
„Erst einmal absolute Hochachtung für die Leistung von Bayreuth heute. Das zweite Spiel in drei Tagen, da kann man nur den Hut ziehen vor der sehr guten Leistung. Die ersten fünf Minuten, vielleicht aber das ganze erste Viertel, waren eigentlich eine Konsequenz des Sieges mit einer großartigen Leistung im letzten Viertel gegen Bremerhaven. Den frühen Druck, den Bayreuth zu Beginn des Spiels aufgebaut hat, haben wir nicht erwartet – der hat uns mit Sicherheit Probleme gemacht. Aber wir haben uns sehr gesteigert, sind von Minute zu Minute besser geworden, haben uns in das Spiel hineingekämpft und am Ende dann doch nicht so ganz knapp gewonnen."

FC Bayern München: Hamann (22), Benzing (15), Nadjfeji (10), Homan (8), Greene (7), Troutman (7), Wallace (4), Hall, Jagla, Schwethelm
BBC Bayreuth: Jeanty (16), Ibekwe (14), Hunter (13), Schmitz (7), Gibson (6), Wyrick (3), Stokes (2), Schmidt (2), Smith (2), Shtein
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