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Freitag, den 06. Januar 2012 um 23:15 Uhr
Bauermann: Haben uns ein paar Dinge ausgedacht
Von Patrick Reichelt (Foto: Christian Kaufmann)   


Für den FC Bayern München geht am Samstag ab 20.05 Uhr (SPORT1 live) eine unerwartet wechselhafte Vorrunde zu Ende. Ausgerechnet beim zweifachen Doublegewinner, den Brose Baskets aus Bamberg, soll dem Aufsteiger nun wieder gelingen, was zuvor so oft schief gegangen war: ein Auswärtssieg. Trainer Dirk Bauermann blickt im Interview auf eine, vor allem für ihn, ganz besondere Partie.

Am Mittwoch in Ulm hat Ihre Mannschaft im Gegensatz zu den letzten Auswärtsspielen vor allem in der Schlussphase eine ganze Menge richtig gemacht, trotzdem stand am Ende wieder eine Niederlage. Was nehmen Sie mit aus der Partie?

Dirk Bauermann: „Genau das. Und das haben wir auch der Mannschaft gesagt: Dass sie am Ende sehr viel richtig gemacht und damit einen deutlichen Schritt nach vorne geschafft hat. Diese letzten sechs Sekunden und dieser unglaubliche Dreier sind dann eben wieder so ein Nackenschlag, wie wir in dieser Vorrunde schon so viele hinnehmen mussten.“

Robin Benzing forderte, die Mannschaft müsse aus der Niederlage gestärkt zurückkommen. Was macht Sie zuversichtlich, dass das gelingen könnte?

Dirk Bauermann: „Dass es uns in dieser Saison eigentlich immer geglückt ist. Wir haben immer eine Reaktion gezeigt. Und wir werden alles dafür tun, dass es auch diesmal klappt.“

Aber der Gegner heißt Bamberg…

Dirk Bauermann: „Ja, und das ist mit Sicherheit die schwerste Auswärtsaufgabe, die man im Moment haben kann. Und gegen einen solchen Gegner, der so viel Druck machen kann, ist es umso bitterer, dass uns ein so stabiler Guard wie Je’Kel Foster fehlt. Aber so ist es nun einmal, und trotzdem wollen wir unsere Chance suchen und nutzen. Die Blaupause, wie das funktionieren kann, haben uns ja die Litauer geliefert (Kaunas in der Euroleague – Anm. d. Red.). Sie haben gezeigt, wie man auch Bamberg zuhause in Bedrängnis bringen kann.“

Also wie?

Dirk Bauermann: „Dafür muss man ja nur das Spiel gesehen haben. Man hat gesehen, mit welchen Mitteln es funktionieren kann. Ob wir die Qualität haben, das umzusetzen, ist eine andere Frage. Aber wir werden es versuchen und haben uns auch noch ein paar Dinge ausgedacht, mit denen sie vielleicht nicht unbedingt rechnen.“

Wenn es schief geht, dann ist auch der BBL-Pokal für den FC Bayern weg...


Dirk Bauermann: „Deshalb war die Niederlage in Ulm natürlich doppelt bitter. Aber so ist es nun einmal. Man muss unter die ersten Sechs bei diesem seltsamen Modus. Wir wissen, dass die Wahrscheinlichkeit nun gering ist, aber manchmal kann ja auch wenig reichen.“

Für Sie selbst ist der Auftritt in Bamberg die Begegnung mit einem Erfolgsmodell, das Sie selbst mit aufgebaut haben. Was bedeutet Bamberg für Sie?

Dirk Bauermann: „Ich habe sieben Jahre in Bamberg gearbeitet. Als Wolfgang Heyder und ich angefangen haben, waren wir ein Abstiegskandidat. Am Ende sind wir zweimal Meister geworden und hatten eine überragende Saison in der Europaliga mit der Qualifikation für die K.O.-Runde. Wie schwer das ist, haben die Bamberger ja in dieser Saison wieder sehen müssen. Das war eine ganz tolle Zeit für mich und ein sehr wichtiger Teil meiner Karriere. Aber irgendwann sind die Aufgaben erfüllt und man sucht sich neue. Das war eben zunächst die Nationalmannschaft und jetzt bin ich bei einem Projekt in München, das mich mit großer Begeisterung erfüllt. Wir sind noch nicht so weit. Aber ich bin mir sicher, dass wir irgendwann dahin kommen werden, wo Bamberg jetzt ist. Wir werden Titel feiern. Mindestens einen, wahrscheinlich mehrere.“

Was hat Ihnen Bamberg derzeit noch voraus?


Dirk Bauermann: „Es ist eine Mannschaft, die im Kern gewachsen ist. Bei einem Aufsteiger geht das nicht, aber Bamberg ist in den letzten zwei Jahren sehr konstant geblieben, und dieser funktionierende Kern ist sehr gut ergänzt worden, so wie in dieser Saison mit Tucker oder Jenkins. Deshalb glaube ich, dass Bamberg noch stärker ist als in der vergangenen Saison. Dazu kommt der Erfolg, der der Mannschaft ein großes Selbstvertrauen gibt. Deshalb ist Bamberg für mich auch der große Favorit in diesem Jahr.“