Banner
Sonntag, den 18. September 2011 um 23:06 Uhr
Spanien verteidigt EM-Titel
Von Thomas Käckenmeister (Foto: FIBA Europe / Elio Castoria)   


Spanien ist Europameister 2011. Das Team um Turnier-MVP Juan Carlos Navarro verteidigte den Titel mit 98:85 gegen Frankreich. Russland sicherte sich den dritten Platz gegen Mazedonien. Am Samstag fanden die Spiele um die Plätze fünf bis acht statt. Litauen sicherte sich nach einem 73:69-Sieg über Griechenland den fünften Rang. Slowenien beendete das EM-Turnier nach einem 72:68-Erfolg über Serbien auf dem siebten Platz.


Im Endspiel um den EM-Titel 2011 standen sich die beiden Mannschaften mit den meisten NBA-Spielern gegenüber. Während bei den Spaniern mit dem Bruderpaar Marc und Pau Gasol, Rudy Fernandez, Serge Ibaka und José Calderon gleich fünf NBA-Spieler aufliefen, versuchten Joakim Noah, Nicolas Batum, Boris Diaw und Tony Parker bei den Franzosen dagegen zu halten. Es war allerdings Juan Carlos Navarro (Foto), der dem Finale mit seiner unfassbaren Körperkontrolle und Treffsicherheit den Stempel aufdrückte. Am Ende hatte der wertvollste Spieler der EuroBasket 2011 in Litauen 27 Punkte und fünf Assists auf seinem Konto und Spanien den EM-Titel verteidigt.

Hohes Tempo und hochprozentige Quoten

Das Spiel war von Beginn an von hohem Tempo und hochprozentiger Wurfquote auf beiden Seiten geprägt. Frankreich ging mit 4:0 in Führung. Im weiteren Spielverlauf sollten "Les Bleus" aber nicht mehr vorn liegen. Zu überlegen war die spanische Souveränität. Dass die Iberer in diesem Finale nicht zu besiegen sein würden, zeigte unter anderem Marc Gasol, der gegen Ende des ersten Abschnitts einen Dreipunktewurf im Nachhintenfallen traf.

Weitere Kunstwürfe fielen durch den unaufhaltsamen Navarro, der Schüsse aus der Distanz wie Freiwürfe aussehen ließ und in seiner typischen Weise auch aus dem Laufen sichere Punkte einnetzte. Als selbst Pau Gasol im Schlussabschnitt einen Dreipuntewurf zum 84:68 verwandelte, schien die Entscheidung gefallen zu sein. Frankreich kämpfte verzweifelt gegen die spanische Übermacht, die nicht nur offensiv, sondern auch defensiv herausragte: Der gebürtige Kongolese Serge Ibaka blockte allein im zweiten Viertel fünf Würfe, fünf weitere französische Korbversuche brachten die Gasol-Brüder von der Flugbahn ab.

Pau Gasol mit drittem Double-Double in Folge

Bei den Franzosen stand Tony Parker 39 Minuten auf dem Parkett und erzielte insgesamt 26 Punkte, fünf Rebounds, fünf Assists und verbuchte fünf Ballverluste. Die drei anderen französischen NBA-Profis Noah, Batum und Diaw steuerten zusammen 33 Zähler, 16 Rebounds und zehn Assists bei. Bei den Spaniern punkteten fünf Spieler zweistellig. Pau Gasol beendete das dritte Spiel in Folge mit einem Double-Double (17 Punkte/10 Rebounds).

Spanien ist das erste Land seit Jugoslawien (1989, 1991), das den EM-Titel verteidigen konnte. Nach dem dritten Finalauftritt in Folge geht die Erfolgsgeschichte der spanischen Basketballgeneration weiter. Im kommenden Jahr werden die Iberer in London bei den Olympischen Spielen erneut für Aufsehen sorgen. Dann werden auch die Franzosen erstmals seit zwölf Jahren wieder dabei sein.