Möchtest Du dabei helfen, ein starkes Portal noch stärker zu machen? COURT-VISION.DE sucht zur Verstärkung seines Teams Mitarbeiter an den Zweitliga-Stnadorten. Wir geben Dir die Möglichkeit, Dir mit spannenden Spielberichten, packenden Interviews und interessanten Hintergrundstorys einen Namen in der Szene zu machen und Deinem Verein ganz nah zu sein.
Mehr Informationen
| Freitag, den 29. April 2011 um 23:08 Uhr |
| Playoff-Vorschau: Das Leben der Anderen |
| Von Felix Pflaum |
|
Playoff-Basketball wird bekanntlich nicht nur in Bamberg gespielt, wo man es ab Sonntag mit den Eisbären Bremerhaven zu tun bekommt. Auch die weiteren Viertelfinalpaarungen haben es in sich und verdienen es, genauer unter die Lupe genommen zu werden. Den Anfang machen dabei die Duelle zwischen ALBA Berlin und den EWE Baskets Oldenburg sowie den Deutsche Bank SKYLINERS und der BG Göttingen, von denen ein Team möglicherweise Finalgegner der Oberfranken wird. Deutsche Bank SKYLINERS (2.) vs. BG Göttingen (7.) ![]() Frankfurts erfahrener Kapitän Pascal Roller erwartet mit seinem Team die BG Göttingen. Foto: Sebastian Hader Frankfurt wurde häufig auf seinen überragenden Solisten DaShaun Wood reduziert, der die Titel Topscorer, bester Offensivspieler und MVP der regulären Saison auf sich vereinte. In der Tat ist der pfeilschnelle Aufbau mit dem immer sicherer gewordenen Distanzwurf Dreh- und Angelpunkt des Frankfurter Spiels, findet er nicht in die Partie, hängt auch der Rest des Teams in der Luft. Spieler wie Nolte, Robertson oder Muurinen haben ihre wertvollen Stärken, für sich selbst zu kreieren gehört jedoch definitiv nicht dazu. Sie sind darauf angewiesen, dass sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort angespielt werden – und das erledigte Wood im konsequent durchgezogenen System von Gordon Herbert mustergültig, so dass sogar die schwache Runde von Pascal Roller nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Ein Sorgenkind der Hinrunde war die BG Göttingen, wo zunächst kein Rad so recht ins andere zu greifen schien. Durch starke europäische Auftritte – man schaltete im EuroCup unter anderem Aris Saloniki aus und erreichte das Viertelfinale – verschaffte sich die Mannschaft aber das nötige Selbstvertrauen, verließ die Abstiegszone und zog durch einen starken Endspurt mit Siegen unter anderem gegen Bamberg und Berlin zum dritten Mal in Serie in die Playoffs ein. Erstmals genießt man dabei kein Heimrecht, Jason Boone & Co. sehen dies aber positiv, schließlich schied man dennoch zweimal in der ersten Runde aus. Auf nationaler Ebene muss der Beweis, dass der aggressive Spielstil von Göttingens Cheftrainer John Patrick Titel gewinnen kann, also noch erbracht werden. Für viele Teams aus der unteren Hälfte galt Frankfurt, besonders nach dem schwachen Pokalwochenende, als Wunschgegner, Göttingen hätte aber wohl aus sportlicher Sicht jeden anderen Gegner lieber gespielt als die Hessen. Wood scheint selbst für die quirligen Veilchen eine Nummer zu schnell, besiegte sie im Rückrundenspiel am Ende quasi alleine, zudem ist die Aggressivität der im Post sonst eher ungefährlichen langen Hessen Gift für das Fastbreakspiel der Euro-Helden. Unmöglich scheint ein Weiterkommen für sie dennoch nicht, immerhin zeigte man seine besten Leistungen in den wichtigen Partien und tat sich eher gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte schwer. Viel wird davon abhängen, wie Herberts defensive Antwort auf Anderson lauten wird. ALBA Berlin (3.) vs. EWE Baskets Oldenburg (6.) ![]() Muli Katzurin gibt als ALBA-Headcoach sein Playoff-Debüt in der Beko Basketball Bundesliga. Foto: Sebastian Hader Unter dem neuen Übungsleiter Muli Katzurin konnte man sich nach anfänglichen Problemen auch dank des neuen Aufbaus Taylor Rochestie und Center Miroslav Raduljica stabilisieren und zehn der letzten zwölf Hauptrundenspiele für sich entscheiden. Als Gründe für das starke Finish wird immer wieder die Öffnung des Spiels durch den neuen Headcoach angeführt, Berlin spielt seitdem vorne risikofreudiger und hinten variabler, Akteure wie Bryce Taylor agierten losgelöst von taktischen Zwängen wesentlich effektiver. Gleiches würde man gerne auch in Oldenburg sagen können, im Jahr zwei nach dem Titelgewinn und nur ein Jahr nach dem Gewinn der Hauptrunde war die Unkonstanz ein ständiger Begleiter der Niedersachsen. Auf Position eins und fünf herrschte zu oft ein Vakuum, weil Lou Campbells Motor nicht so recht zünden wollte und Aron Baynes sowie Chris McNaughton mit einigen Ausnahmen mehr mit Foultrouble und sich selbst beschäftigt waren. Auch Rickey Paulding lief der Form früherer Jahre im radikal umgebauten Kader hinterher, die Serie von vier Auftaktsiegen konnte im Saisonverlauf nicht mehr wiederholt werden, daran änderte auch die personelle Nachbesserung mit den erfahrenen Eddie Gill und Luka Bogdanovic nicht viel. Nach dem Trainerwechsel gilt Berlin für viele Experten als klarer Finalkandidat in dieser Hälfte des Playoff-Baums, nichtsdestotrotz hat die Mannschaft ihre verwundbaren Stellen. Ob aber gerade die eher Perimeter-affinen Oldenburger die Baustellen Lowpostdefense und Rebound so beackern können, dass die Hauptstädter trotz Heimvorteil ins Schwimmen geraten könnten, darf bezweifelt werden. Ansonsten spricht die Qualität des Kaders eine deutliche Sprache für die Mannen von der Spree, sowohl auf den großen als auch den kleinen Positionen fallen die unmittelbaren Vergleiche zugunsten ALBAs aus. |