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Montag, den 16. Mai 2011 um 09:52 Uhr
Halbfinal-Vorschau (1): Man kennt sich
Von Sebastian Hader   
Nachdem in der vergangenen Saison die ersten Vier der Hauptrunde im Playoff-Viertelfinale die Segel streichen mussten, hat sich der Heimvorteil in diesem Jahr wieder als solcher erwiesen. Als letzte Teams lösten die Artland Dragons und ALBA Berlin mit klaren Heimerfolgen über die New Yorker Phantoms Braunschweig beziehungsweise die EWE Baskets Oldenburg ihre Tickets für das am Dienstag beginnende Halbfinale.

Brose Baskets (1.) vs. Artland Dragons (4.)

Bamberger Jubel nach dem denkbar knappen Hinrundenerfolg über die Artland Dragons. Foto: Daniel Löb

Bamberger Jubel nach dem denkbar knappen Hinrundenerfolg über die Artland Dragons. Foto: Daniel Löb

Nach zweijähriger Postseason-Abstinenz mausern sich die für die Viertelfinalserie gegen Braunschweig von den beiden Ex-Quakenbrücker Trainern in Bamberger Diensten, Chris Fleming und Arne Woltmann, favorisierten Artland Dragons wieder zum unangenehmen Kontrahenten früherer Tage. Während die Brose Baskets nach dem mühsamen, aber letztlich glatten 3:0 gegen die Eisbären Bremerhaven eine Woche auf ihren Gegner warten mussten, drohte den “Drachen“ zwischenzeitlich allerdings bereits der frühzeitige Urlaub. Nach einem Kantersieg zum Auftakt geriet der diesjährige TOP4-Dritte mit 1:2 in Rückstand, konnte den Braunschweiger Matchball jedoch abwehren und in Spiel fünf schließlich seinen Heimvorteil nutzen.

„Für uns war die Zeit zwischen Spiel drei und vier sehr wichtig. Die Stimmung vor Spiel drei war bei uns seltsam, weil zu viel darüber geredet wurde, was passiert, wenn wir dieses Spiel verlieren und Braunschweig in Spiel vier einen Matchball hat. Wir waren gelähmt und sind Spiel vier und fünf mit einer größeren Gelassenheit angegangen“, erklärte Stefan Koch, weshalb das Erstrundenaus zeitweise wie ein Damokles-Schwert über dem Team aus dem Artland hing. Ins Halbfinale führte die Dragons dann allen voran eine starke Vorstellung ihrer flinken Guards. Sowohl beim knappen 77:75-Erfolg in Spiel vier, das der Brose-Baskets-Trainerstab vor Ort verfolgte, als auch im entscheidenden fünften Spiel (99:69) erzielten Tyrese Rice und Bryan Bailey zusammen jeweils die Hälfte aller Quakenbrücker Punkte. Kann der Gegner die beiden US-Amerikaner nicht vor sich halten, sind diese durch schnelles Umschalten jederzeit in der Lage, ihre Mannschaft offensiv zu tragen. „Aber das“, schränkt Koch ein, „können sie nur, wenn alle Spieler ihren Job machen.“

Große Überraschungen dürfte es daher kaum mehr geben, beide Teams kennen ihre Stärken und Schwächen aus knappen und umkämpften Hauptrundenduellen mit zwei beziehungsweise sechs Punkten Differenz zu Gunsten der Bamberger. Darüber hinaus lieferten sich die beiden Finalisten von 2007 im zweiten Halbfinale des TOP4-Turniers einen packenden Kampf, den der spätere Titelverteidiger nach Verlängerung ebenfalls zu seinen Gunsten entschied. „Wer kommt, kommt“, antwortete Chris Fleming immer wieder auf die Frage nach dem bevorzugten Halbfinalgegner, sah seinen Ex-Arbeitgeber aber wohl nicht nur aus alter Verbundenheit im Vorteil. Entsprechend gut eingestellt wird der Meister erwartet.

Neben den das Tempo forcierenden Guards Rice und Bailey dürften vor allem der an alter Wirkungsstätte stets hochmotivierte Darren Fenn sowie Robert Kurz auf dem Zettel stehen. Letzterer, ebenso wie Fenn mit einem guten Wurf ausgestattet, kehrte im vierten Viertelfinalspiel nach Verletzung zurück in den Quakenbrücker Kader und avancierte in Braunschweig wie auch beim 99:69-Erfolg seines Clubs am Samstagabend zu einem der effektivsten Akteure. Den Dragons nicht mehr helfen kann dagegen “Energizer“ Alexander Seggelke, der sich im Training einen Mittelhandbruch zuzog. Bamberg indes bereitet das Knie von John Goldsberry Sorge. Ob und inwieweit der Spielmacher der Brosianer dazu beitragen kann, das Tempo der Begegnung zu diktieren, bleibt abzuwarten.