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| Freitag, den 03. Juni 2011 um 23:37 Uhr |
| Finalvorschau 2011: Endlich! |
| Von Felix Pflaum |
Wie lange wurde es erhofft, erwartet, herbeigesehnt? Die in Internetforen und um Hauptrunden- beziehungsweise Pokalduelle herum schwelende Rivalität darf endlich wieder hell und lichterloh brennen, denn nach sieben Jahren heißt es nun erstmals wieder in den Playoffs Bamberg gegen Berlin. „Es ist für alle toll, so einen Klassiker im Finale zu haben“, fasst Manager Wolfgang Heyder die allgemeine Gemütslage zusammen.![]() Harte Duell wie hier zwischen Bryce Taylor und Casey Jacobsen dürften keine Seltenheit sein. Foto: Sebastian Hader Richten soll das ein nach Einschätzung von Chris Fleming „unglaublich tiefer Kader“, alle zwölf Positionen sind mit Akteuren besetzt, denen man auf Bundesliganiveau zutraut, Einfluss auf eine Partie zu nehmen. So war am Donnerstagabend in Frankfurt auf einmal Sven Schultze mit drei erfolgreichen Distanzwürfen der X-Faktor für die Hauptstädter, deren tiefer Frontcourt prädestiniert für eine Materialschlacht mit dem Bamberger Quartett auf den langen Positionen scheint. Miro Raduljica deutete an, was passiert, wenn man ihn erst einmal tief an den Ball kommen lässt, Yassin Idbihi wirkte gegen die schmächtigeren SKYLINERS-Center wie Hakeem Olajuwon in besten Tagen, Patrick Femerling hingegen ist seit Monaten wegen Achillessehnenproblemen nur als Maskottchen aktiv. Bleiben noch Tadija Dragicevic, an guten Tagen im heftigen Flirt mit Triple-Doubles, an anderen Edel-Bankwärmer und Dauerbrenner Derrick Allen. Aus diesem Mix stets die zwei richtigen zu finden, ist oft die Krux für Coach Katzurin, zudem verstand Frankfurt es über weite Strecken zu verhindern, dass der Ball zu oft zu den langen Leuten in die Zone wanderte. Dies ist aber auch den Vorlieben des Berliner Backcourts zuzuschreiben. Dort stehen mit Taylor Rochestie, Julius Jenkins und Immanuel McElroy der Newcomer des Jahres, MVP und beste Defensivspieler des Jahres 2010 gemeinsam mit Brice Taylor und den Nationalspielern Schaffartzik und Staiger in Lohn und Brot. Größtenteils Leute also, die hin und wieder dazu tendieren, den eigenen Abschluss zu suchen und dabei “vergessen“, ihren Big Men die nötigen Ballkontakte zu verschaffen. Das Teamplay an beiden Enden des Feldes könnte daher den Ausschlag zugunsten der Bamberger geben, wenn sie konstanter ihr “Heim-Gesicht“ aus der Quakenbrück-Serie zeigen. Das Manko gegen schnelle Guards dürfte gegen die Hauptstädter weniger schwer ins Gewicht fallen als gegen die wieselflinken Drachen Rice und Bailey, nichtsdestotrotz sind die personellen Alternativen rarer gesät. Fällt bei Berlin, besonders bei den langen Leuten, ein Akteur völlig aus dem Rahmen, gibt es keine Probleme, ihn am Ende der Bank zu verstecken. Bamberg hingegen ist darauf angewiesen, dass dieselben Trümpfe stechen wie schon das gesamte Jahr über. Wie belastbar ist Predrag Suput nach der Marathonsaison, halten die Gelenke von Kapitän Casey Jacobsen und Spielmacher John Goldsberry? An Diskussionsstoff wird es in den kommenden beiden Wochen jedenfalls nicht fehlen. |