Dienstag, den 07. Februar 2012 um 22:06 Uhr
Erster nationaler Titel steht auf dem Spiel
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


Das Maß der Dinge im deutschen Basketball waren die Brose Baskets in den letzten beiden Spielzeiten, was es an Trophäen und Titeln zu holen gab, sicherten sich die Korbjäger aus der Domstadt. Um diese Serie fortzusetzen, muss am Mittwoch ab 19.30 Uhr in der Bayreuther Oberfrankenhalle mit den Artland Dragons ein schwerer Brocken aus dem Weg zum TOP4-Turnier um den BBL-Pokal in Bonn Ende März geräumt werden.

Weniger aufgrund der hohen sportlichen Brisanz war die Partie bereits seit Wochen Thema, die Gemüter erhitzten sich vor allem an der Posse um den Austragungsort. Diese wird jedoch kein Thema mehr sein, sobald es auf dem Parkett in der Wagnerstadt zwischen zwei der aktuell besten Mannschaften der Liga zur Sache gehen wird. „Es ist mit Sicherheit eines der offensivstärksten Teams der Liga, das einen sehr, sehr tiefen Kader hat. Die Dragons haben viele Leute, die punkten können, und mit Holston sicherlich einen der überragenden Offensivspieler der Liga. Wir wissen, was uns erwartet“, spricht Co-Trainer Arne Woltmann mit großem Respekt vom Team seines ehemaligen Arbeitgebers. Sein Kollege auf der Gegenseite, Tyron McCoy, spart ebenfalls nicht mit Komplimenten: „Sie sind auch außerhalb ihrer Halle das beste Team der Liga. Darum spielt es keine Rolle, wo wir gegen sie spielen müssen. Wenn man diese Saison etwas erreichen will, muss man Bamberg schlagen.“

Hess-Einbürgerung eröffnet Drachen neue Optionen


Neben dem “Wo“ ist auch das “Wer“ interessant, denn ein Verwaltungsakt bescherte den Niedersachsen in der vergangenen Woche quasi einen weiteren Zugang. Weil der US-Amerikaner Adam Hess die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt und fortan als Einheimischer auflaufen darf, muss Stefan Koch nun keinen seiner vormals acht ausländischen Akteure mehr aus dem Aufgebot nehmen. Besonders Anthony Hilliard dürfte dies freuen, hatte er doch nach der Genesung von Bryan Bailey, der unter anderem die deutliche 76:92-Hinrundenniederlage in der Stechert Arena nicht aktiv auf dem Feld erlebt hatte, seine Schuhe am Spieltag im Schrank lassen dürfen. Gegen vollzählige Drachen erwartet die Brose Baskets ein heißer Tanz, am Samstag erlebte man mit dem bundesweiten TV-Publikum schon einen Vorgeschmack, als Quakenbrück ohne große Mühe die EWE Baskets Oldenburg abschoss.

Quakenbrück offensivstärkstes Team der Liga

Während der norddeutsche Nachbar durch Dienst nach Vorschrift, lasches Defensivverhalten und Egoismus auffiel, unterstrichen die Mannen von Stefan Koch, dass sie trotz des großen individuellen Talents diszipliniert als Mannschaft auftreten und sich vor keinem Gegner in der Liga fürchten müssen. Angeführt wird das Team von David Holston, der mit knapp 1,70m zwar der kleinste Spieler der Liga ist, dafür aber das komplette Paket an Fähigkeiten für einen Aufbauspieler mitbringt. Welcher Bamberger auch immer auf ihn angesetzt sein wird, der 26-Jährige wird ihn vor einige schwere Aufgaben stellen. Gleiches gilt für die Garde unter dem Korb um den reboundstarken Anthony King und die vielseitigen Nathan Peavy und Darren Fenn, welche bis zur Dreierlinie eng bewacht werden müssen. Über 89 Punkte im Schnitt beweisen die Durchschlagskraft der Artländer Offensive. Gemeinsam mit ihren Fans wollen die Bamberger aber auch in fremder Halle ihren Heimnimbus gegen deutsche Mannschaften wahren. Ungewohnt leidenschaftlich appellierte Fleming daher am Sonntag an die Fans: „Zieht euch rot an und folgt der Mannschaft nach Bayreuth! In meinen dreieinhalb Jahren in Bamberg haben die Zuschauer immer erkannt, wann ihre Unterstützung wichtig war und waren da. Das erwarte ich auch am Mittwoch.“


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