Samstag, den 18. Februar 2012 um 23:27 Uhr
Von Foultrouble nicht aus der Ruhe bringen lassen
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


„Es war für mich ein komisches Spiel. Wir hatten in den vergangenen Jahren einige Pokal- und Playoff-Spiele gegen Göttingen“, sinnierte Chris Fleming nach dem Gastspiel bei der BG Göttingen über alte Zeiten. Während er mit seinem Team, das beim am Ende klaren 68:101 (31:45) aus Gastgebersicht seinen zwölften Sieg in Serie einfuhr, allerdings auch in der Gegenwart hervorragend dasteht, sind die “Veilchen“ derzeit am Verblühen und werden sich im nächsten Jahr wohl eine Liga tiefer wiederfinden.


Fast wehmütig sprach Fleming in der neuen Sparkassen-Arena von der tollen Atmosphäre und dem Flair in der alten Lokhalle, obwohl die für Bamberg so gut wie nie ein gutes Pflaster gewesen war: „Falls die Göttinger absteigen, hoffe ich, dass sie wieder zurückkommen. Allerdings würde ich schon ganz gerne Basketball in der Lokhalle sehen. Das war für meine Mannschaften dort zwar immer sehr schwierig, aber sie ist eine der besten Arenen in Deutschland.“ Wortkarger gab sich da sein Kollege Michael Meeks, nachdem er zum elften Mal in Serie die gelbe Kopie des Anschreibebogens ausgehändigt bekommen hatte: „Meine Glückwünsche an Chris Fleming und die Brose Baskets. Sie haben heute Abend gut gespielt. Sie sind nicht umsonst der Tabellenführer der Liga. Um Bamberg zu schlagen, muss man großartig spielen. Wir mussten heute ohne zwei Starter auskommen. Trotzdem haben meine Spieler gut gekämpft und alles gegeben.“

Klare Verhältnisse im Schlussabschnitt

Der Kampf der qualitativ einfach zu dünn besetzten Göttinger Truppe spiegelte sich im klaren Endstand zwar nicht wieder, noch im dritten Viertel aber hatte der Rückstand sich im einstelligen Bereich bewegt und Chris Fleming ob des Zwischenspurts der Heimmannschaft zum 45:52 gleich zwei Auszeiten in rascher Folge genommen. Die Foulprobleme seiner beiden Center Tibor Pleiß und Marcus Slaughter, die in zusammen 25 Spielminuten neun Fouls begingen, zwangen ihn zur Improvisation. Als sein Team aber zu Beginn des Schlussabschnitts auf 20 Zähler Differenz davonzog, war es mit dem Widerstand der Niedersachsen vorbei, die ihre Unterlegenheit gegenüber dem keinesfalls in Bestform spielenden Team der Liga anerkennen musste.

Bamberg über 40 Minuten nie in Rückstand

So schickten beide Trainer noch ins Rennen, was die Bank hergab, einzig Roberto Mafra durfte von den gemeldeten Akteuren das Parkett während der Spielzeit nicht betreten. Bei Bamberg kamen alle elf Mann zu Punkten, wobei alle sechs Legionäre zweistellig, die fünf Einheimischen einstellig scorten. P.J. Tucker, nach einer Woche Heimaturlaub bei Frau und neugeborenem Kind, fuhr in von der Bank kommend sein drittes Double-Double der laufenden Saison ein. Zu keinem Zeitpunkt der Begegnung hatten die Oberfranken sich im Rückstand befunden, von 0:6 über 5:16 und 14:27 lief Göttingen im ersten Viertel bereits einem hohen Rückstand hinterher und sollte nie mehr näher als sieben Zähler herankommen.

BG Göttingen: Bauscher (18), Evans (12), Allen (11), Adamczak (8), Tucker (7), Noch (4), Weber (3), Horne (3), Herwig (2), Chikoko, Markert
Brose Baskets: Tucker (17), Jacobsen (15), Suput (14), Gavel (13), Roberts (11), Slaughter (10), Pleiß (7), Tadda (5), Neumann (4), Schmidt (3), Stuckey (2)
Ausführliches Scouting


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