Samstag, den 04. Februar 2012 um 16:18 Uhr
Rheinländer hoffen auf Coup in Bamberg
Von Felix Pflaum (Foto: Daniel Löb)   


„Bonn ist eine der Mannschaften in der Liga, die ich gerne spielen sehe“, hatte Chris Fleming nach dem Hinspielsieg der Brose Baskets über die Telekom Baskets Bonn ein ungewöhnliches Lob für den Kontrahenten parat. Am Sonntag um 16.00 Uhr wird er mit seiner Mannschaft jedoch alles daran setzen, dieses schöne Spiel möglichst nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, um die Punkte an der Regnitz zu behalten.


Prägend für das Spiel der Truppe von Headcoach Michael Koch, der seit seinem Amtsantritt im Herbst 2005 mehrfach neue Spielphilosophien installierte und wieder verwarf, ist Point Guard Jared Jordan. Der bereits für Litauens Topclub Lietuvos Rytas aktive Aufbauspieler gehörte bereits 2009/2010 zum Bonner Kader und wurde vor der laufenden Spielzeit als Reaktion auf die Katastrophensaison mit einem unerfahrenen, schießwütigen Backcourt als ordnende Hand zurückgeholt. Mit 7,9 Assists pro Partie führt er die Liga mit großem Abstand an, fast 50 Prozent der Korbvorlagen des Bonner Teams liefert der 27-Jährige. Dankbare Abnehmer finden sich sowohl bei den wurfstarken litauischen Flügelspielern Serapinas und Veikalas, aber auch am Brett. Dort laufen mit dem spektakulären Tony Gaffney, Highflyer und erfolgreichster Wurfblocker der Liga, sowie dem morgen sicher begeistert empfangenen inzwischen 38-jährigen Chris Ensminger zwei von der Spielanlage sehr verschiedene, jedoch gleichermaßen effektive und unangenehme Gegner auf.

Dünne Bank verhindert bessere Platzierung

Vom ersten Anzug her gehören die Telekom Baskets daher zweifellos zu den besten acht Teams der Liga, die derzeitige Tabellenposition ist zu großen Teilen der Tatsache geschuldet, dass beim einstigen Prunkstück, der Bank, aufgrund der weniger erfolgreichen letzten beiden Spielzeiten der Rotstift angesetzt und die Rotation verkleinert werden musste. Ehe mit der Nachverpflichtung von Guard Talor Battle auf die Niederlagenserie nach einem 7:1-Start reagiert wurde, trugen die oben genannten Akteure sowie der in seinen Leistungen stark wechselhafte Zvonko Buljan die Last im Angriff praktisch alleine. Verletzungen oder schlechte Tage eines Leistungsträgers konnten auf diese Weise fast nicht kompensiert werden. „Bonn ist in der Lage in fast jedem Spiel 90 Punkte aufzulegen. Was sie extrem gefährlich macht, ist, dass sie eine sehr hohe Geschwindigkeit spielen und insbesondere Jordan das Tempo sehr hoch halten kann“, warnt Arne Woltmann daher davor, sich aufgrund der Tabellensituation in Sicherheit zu wiegen. Von der Qualität her gehört der Gastgeber der diesjährigen Pokalendrunde eindeutig unter die ersten Acht.

Gaffney: Das leichteste Spiel der Saison


Auf dem Weg zurück in die Playoff-Ränge käme Koch & Co. ein Sieg in Bamberg gerade recht. „Unsere Hauptaufgabe wird sein, mit wechselnden Verteidigungen und einer flexiblen Offense dafür zu sorgen, dass Bamberg sich mental und körperlich nicht ausruhen kann“, sieht der ehemalige Nationalspieler sein Team zwar gefordert, wird aber gleichzeitig Gaffney zustimmen, der vor dem Gastspiel in der Stechert Arena vom “leichtesten Spiel der Saison“ spricht, weil der Erfolgsdruck schließlich auf dem seit über eineinhalb Jahren in der Bundesliga zuhause ungeschlagenen Meister und Pokalsieger lastet. „Ich glaube nicht, dass Bonn in die untere Tabellenhälfte gehört. Gerade zum Anfang so einer großen Woche ist es für uns wichtig, in einem Heimspiel richtig zu starten“, hofft Fleming darauf, dass seine Schützlinge diesen Druck richtig kanalisieren können, um am Sonntag den Grundstein für eine erfolgreiche Woche zu legen. Am Mittwoch kommt es in Bayreuth zum Duell gegen Artland Dragons um die Teilnahme am TOP4 des BBL-Pokals, kommenden Samstag schließlich muss man beim engsten Verfolger in Ulm vorspielen.


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