Sonntag, den 18. Dezember 2011 um 11:05 Uhr
Nach dem Kater kommen die Eisbären
Von Felix Pflaum (Foto: Daniel Löb)   


Die Fassungslosigkeit über das Auftreten der Brose Baskets am vergangenen Donnerstag hat sich immer noch nicht ganz aus den Köpfen vieler damals Anwesender verflüchtigt, da wartet am Sonntag ab 17.00 Uhr bereits die nächste Aufgabe. In der heimischen Liga empfängt man die äußerst wechselhaft auftretenden Eisbären Bremerhaven und möchte auf nationaler Ebene auch im 37. Pflichtspiel in Serie zuhause ungeschlagen bleiben.


ALBA Berlin und der FC Bayern München mussten vor den Seestädtern in dieser Spielzeit bereits die Waffen strecken, gegen Ludwigsburg, Tübingen und Trier, drei Teams aus der unteren Tabellenhälfte also, blieb der Mannschaft von Doug Spradley ein Punktgewinn verwehrt. „Sie sind ein schwer auszurechnender Gegner“, lautet daher die Einschätzung von Arne Woltmann, der als Bamberger Co-Trainer am vierten Advent gegen seine Heimatstadt antritt. Dort hat man keine guten Erinnerungen an Bamberg: Im Playoff-Viertelfinale 2011 verabschiedeten sich Jamison Brewer & Co. gegen den späteren Champion ohne Sieg aus dem Rennen, waren zumindest in den ersten beiden Partien aber keineswegs chancenlos.

Bremerhaven in Bamberg bisher ohne Pflichtspielsieg

„Wir haben großen Respekt vor den Brose Baskets. Sie sind auf allen Positionen hervorragend besetzt und spielen Teambasketball auf allerhöchstem Niveau. „Ich freue mich auf das Spiel und die einzigartige Atmosphäre in Bamberg. Wir können befreit aufspielen und wenn wir in einen Lauf kommen, ist vielleicht etwas möglich. Irgendwann ist schließlich immer das erste Mal“, so Spradley, der am Valentinstag 2009 mit seinem ehemaligen Verein Paderborn schon einmal in der Domstadt gewann, als Eisbären-Trainer aber nach allen vier Auftritten in der Stechert Arena den gelben Durchschlag des Anschreibebogens für den Verlierer im Empfang nehmen musste. Auch unter seinem Vorgänger Sakalauskas konnte lediglich in der Vorbereitung 2008 ein Sieg in Bamberg gefeiert werden, woran ein gewisser Marcus Slaughter großen Anteil hatte, der inzwischen auf der anderen Seite spielt.

Zweitbester Punktesammler fällt aus


Nicht helfen kann den Nordlichtern bei ihrem Versuch, in Bamberg erfolgreich zu sein, Torrell Martin. Seine Außenmeniskus-Verletzung, aufgrund derer er im Laufe der Woche operiert werden musste, war der Wermutstropfen beim knappen Erfolg über Bayern München in Bremen. Auch ohne ihn wird eine schlagkräftige Truppe nach Franken kommen, ist Woltmann sich sicher: „Die Last verteilt sich auf viele Schultern. Schlüsselspieler sind sicherlich Zack Peacock, der passorientierte Point Guard Jamison Brewer, den wir aus den letzten Playoffs gut kennen, und Chris McNaughton, der ebenfalls zweistellig scort.“ Leicht übersehen wird beispielsweise der eher unscheinbare Mike Smith, dessen Distanzwürfe in wichtigen Momenten jedem Gegner weh tun können, Terrell Everett und der Ex-Braunschweiger Jason Cain bestechen als äußerst athletische Akteure.

Bamberg braucht Sieg zur Tabellenführung

Die Brose Baskets ihrerseits wollen ihr letztes Heimspiel vor Weihnachten erfolgreich gestalten, um nach dem “schwarzen Donnerstag“ schnell wieder in die Spur zu finden. „Jeder muss sich fragen, ob er genug investiert hat“, formulierte Chris Fleming die Kritik an seinen Spielern für ihr ängstliches und zögerliches Auftreten gegen Zalgiris Kaunas, was mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verfehlung des wichtigen Saisonziels, des Weiterkommens in der Euroleague, bedeutete. Ein verbleibendes Ziel lautet nun zweifellos, den ersten Hauptrundenplatz aus dem Vorjahr zu wiederholen, um den Heimvorteil in den Playoffs genießen zu dürfen. Dazu muss im engen Kampf an der Spitze aber ein Sieg her.


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