Sonntag, den 08. Januar 2012 um 02:56 Uhr
Meister übernimmt im zweiten Viertel
Von Sebastian Hader (Foto: Maike Hartmann)   


Mit 89:77 (47:34) haben die Brose Baskets im Schlagerspiel des 17. Spieltages in der restlos ausverkauften Stechert Arena den FC Bayern München bezwungen und damit die Hinrunde der Beko Basketball Bundesliga als alleiniger Spitzenreiter abgeschlossen. Der Aufsteiger musste unterdessen nach der sechsten Auswärtsniederlage in Serie seine leisen Hoffnungen auf die Pokalqualifikation endgültig begraben.


Ein Viertel lang, nämlich im ersten, ging die Taktik des einstigen Bamberger und heutigen Münchener Trainers Dirk Bauermann auf: Nach dem Vorbild des litauischen Spitzenteams Zalgiris Kaunas, das den Oberfranken in der Euroleague eine empfindliche Heimniederlage beigebracht hatte, bestimmte der hoch gehandelte FC Bayern zu Beginn Rhythmus, Tempo und Intensität. 6:14 hieß es nach fünf Minuten aus Sicht der Hausherren, die sich defensiv zunächst alles andere als sattelfest erwiesen und im Angriff Probleme mit der immer wieder eingestreuten Zonenverteidigung des Gegners hatten. Casey Jacobsens Offensivfoul passte da ebenso ins Bild eines ausbaufähigen ersten Durchgangs auf der einen wie Jonathan Wallace' Dreier mit Ablauf der Uhr zum 19:25 in das eines erfolgreichen auf der anderen Seite.

Gavel trifft zur ersten Führung seit dem 1:0


Wesentlich besser lief es für die Mannschaft von Headcoach Chris Fleming nach der ersten Viertelpause: Nationalspieler Tibor Pleiß besorgte den 29:29-Ausgleich, zwei vergebene Homan-Freiwürfe und das dritte Foul gegen Demond Greene befeuerten zusätzlich die Stimmung auf den vollbesetzten Rängen. Fast drei Minuten vergingen, ehe Anton Gavel in einer Partie mit Playoff-Charakter die nächsten Zähler zum 32:29 und damit zur ersten Bamberger Führung seit dem 1:0 markierte. Bauermann nahm die Auszeit, bis seinem Team allerdings in Person von Chevon Troutman wieder Zählbares gelang, hatten die Oberfranken durch Pleiß und Tucker bereits nachgelegt. Spätestens mit dem 41:31 erlangte der Meister kurz vor der Pause endgültig die Kontrolle über die Begegnung, entschied den zweiten Abschnitt deutlich mit 28:9 zu seinen Gunsten und lag zur Pause mit 47:34 in Front.

Zeit läuft gegen die Münchener

Angetrieben vom starken Steffen Hamann, der an alter Wirkungsstätte zum Topscorer seines Teams avancierte, kämpften die Münchener nach dem Seitenwechsel mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, doch letztlich auf verlorenem Posten. Denn weiter als auf acht Zähler sollten sich die Gäste im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr annähern können. Ein Dreier von Philipp Schwethelm bedeutete in der Schlussphase des dritten Viertels das 61:53, Bamberg antwortete jedoch postwendend und stellte nach 30 Minuten die Halbzeitdifferenz nahezu wieder her (67:55). Vor allem dank guter Reboundarbeit war der Spitzenreiter Herr der Lage, wenngleich Homan und Troutman es im Schlussviertel noch einmal einstellig machten. Die Zeit aber lief eindeutig gegen die Münchener, die nach Tuckers Dunk zum 82:70 94 Sekunden vor Schluss zu taktischen Fouls griffen, am Ende jedoch Bamberg zu einem verdienten Sieg gratulieren mussten.

Stimmen zum Spiel:

Dirk Bauermann (Headcoach Dirk Bauermann):
„Zwei Dinge vorneweg: Ich bedanke mich gerne bei den fast 7.000 Zuschauern, die Begrüßung der Mannschaft, auch die von mir, war sehr freundlich und respektvoll. Die Stimmung war hervorragend und nie feindselig. Sie war so, wie sie bei einem Spitzenspiel in der Beko BBL sein muss. Das war sehr erfreulich. Glückwunsch an Bamberg, wir haben versucht ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen und haben phasenweise auf Augenhöhe gespielt. Am Ende hat sich die größere Erfahrung und die längere Bank durchgesetzt. Obwohl es eine Niederlage war, bin ich zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft heute hier nach dem Herzensbrecher in Ulm aufgetreten ist."

Chris Fleming (Headcoach Brose Baskets):
„Meinen Dank an die Fans, die Stimmung heute Abend war großartig. Viele haben sich auf diese Partie gefreut. Das Spiel war so, wie wir es erwartet haben. Das war der beste Gegner seit Berlin. Bayern spielt jetzt auf einem sehr guten Level und wenn sie Foster wieder zurück haben, sind sie noch einmal eine andere Mannschaft. Ich bin sehr froh, dass wir uns von Spiel zu Spiel verbessert haben. Heute haben wir im zweiten Viertel das Spiel übernommen und dann sicher nach Hause gebracht. Casey Jacobsen war heute sehr gut, obwohl er zuletzt nicht in Form war und auch Anton Gavel und P.J. Tucker haben uns heute den Sieg gebracht."

Brose Baskets: Tucker (23), Jacobsen (18), Gavel (14), Pleiß (13), Roberts (5), Jenkins (4), Suput (4), Tadda
FC Bayern München: Hamann (18), Homan (17), Troutman (14), Nadjfeji (10), Greene (6), Benzing (4), Schwethelm (3), Wallace (3), Jagla (2)
Ausführliches Scouting


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