Sonntag, den 29. Januar 2012 um 12:32 Uhr
Löwenstadt bleibt ein gutes Pflaster
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


Bei einem dezimierten Gegner als hoher Favorit anzutreten, ist keine allzu dankbare Ausgangslage, die Brose Baskets gaben sich allerdings keine Blöße und fuhren bei den New Yorker Phantoms Braunschweig ihren zehnten Ligasieg in Folge ein. 79:88 (34:41) lautete der Endstand in der mit 4.715 Zuschauern zu gut drei Vierteln gefüllten Volkswagenhalle aus Sicht der Gastgeber.


„Braunschweig hatte nichts zu verlieren und ist mit vollem Einsatz bis an die Grenze des Erlaubten gegangen, wodurch es für uns ein sehr schweres Spiel wurde“, konstatierte Bambergs Manager Wolfgang Heyder im Anschluss an die Partie, welche die Oberfranken ohne den im Training umgeknickten Julius Jenkins und – ab der 25. Minute – ohne Predrag Suput bestritten. Die Phantoms, ihrerseits ohne die Verletzten Melzer, Greer und Dennis spielend, ließen dem Meister bis zum Ende keine Ruhe, mussten im letzten Abschnitt aber wohl auch aufgrund der kurzen Bank und somit schwindender Kräfte sowohl beim 66:69 als auch später beim 77:82 ihren Angstgegner wieder davonziehen lassen.

„Wir haben nicht immer konzentriert genug gespielt. Gerade wenn wir uns zurückgekämpft hatten, haben wir zu viele Ballverluste fabriziert. Am Ende war es wohl ein verdienter Sieg für Bamberg. Es freut mich, dass wir es heute trotz der Unterbesetzung geschafft haben, Bamberg alles abzuverlangen. Um ihnen in der letzten Minute noch gefährlich zu werden, hat es leider nicht ganz gereicht“, musste Sebastian Machowski im Duell mit Chris Fleming wieder einmal mit dem gelben Exemplar des Anschreibebogens Vorlieb nehmen, war aber zweifellos zufriedener als nach der 38-Punkte-Packung im Hinspiel: „Auf unsere jungen Spieler bin ich heute sehr stolz gewesen, wie auf das Team insgesamt. Sie haben heute eine Energieleistung gezeigt“, bescheinigte er seinen Mannen eine tadellose Arbeitseinstellung angesichts der dünnen Personaldecke.

Fleming und Heyder bemängeln Abwehrleistung

Fleming hingegen äußerte sich trotz des Erfolges ein Stück weit verhaltener: „Nach den zwei Wochen Pause, können wir ganz zufrieden sein mit dem Auswärtssieg“, stimmte ihn das Ergebnis zwar versöhnlich, am Zustandekommen hatte er aber einiges zu bemängeln: „Natürlich ist Braunschweig in Unterbesetzung angetreten und hat dennoch mit sehr viel Energie gespielt und sich trotz unserer zweistelligen Führung immer wieder zurückgekämpft. Das verdient große Anerkennung. Wir können sehr froh sein, dass wir gewonnen haben. Wir haben offensiv gut gearbeitet und haben gute Würfe bekommen. Defensiv sind wir jedoch nicht überzeugend genug gewesen.“

Jeweils fünf Fouls der beiden Center Slaughter und Pleiß unterstrichen, dass die langen Leute zu oft die Feuerwehr spielen mussten, wenn ihre “Vorderleute“ am Perimeter nicht mit dem Gegner Schritt hielten. „Defensiv muss sich die Mannschaft in den schweren kommenden Spielen gegen Bonn und vor allem im Pokal gegen Quakenbrück steigern. Wenn wir dann nicht deutlich besser über die Blöcke kommen, wird es sehr schwer werden“, warnte Manager Heyder, obwohl man lediglich einmal in der gesamten Partie – beim 6:5 in der vierten Minute – hinten gelegen hatte. Anders als von Coach Fleming gefordert, rettete diesmal der Angriff die Verteidigung, 55 Prozent aus dem Feld, sogar 56 Prozent Dreierquote und dazu 81 Prozent von der Freiwurflinie wies die Statistik am Ende für die Domstädter aus.

New Yorker Phantoms Braunschweig:
Umeh (18), Mittmann (16), Jorovic (14), McElroy (9), Visser (8), Theis (7), Schröder (4), Kulawick (3), Schneiders, Gertz
Brose Baskets: Gavel (17), Pleiß (17), Tucker (16), Jacobsen (14), Roberts (13), Suput (10), Tadda (1), Neumann, Slaughter
Ausführliches Scouting


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