Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 23:02 Uhr
Im Nachsitzen noch zum Erfolg gekommen
Von Felix Pflaum (Foto: Daniel Löb)   


Zweistellig geführt hatten die Brose Baskets im vierten Viertel beim Tabellenvorletzten aus Trier bereits, hatten nach lediglich fünf Punkten in den letzten neun Minuten dann aber Glück, sich noch in die Verlängerung retten zu können. Dort führte Anton Gavel schließlich den Meister zum Auswärtserfolg, das 70:75 (63:63, 32:31) aus Gastgebersicht brachte die Franken zurück an die Tabellenspitze.


„Nach der Enttäuschung in der Euroleague müssen wir jetzt wieder Kräfte sammeln, was nicht einfach ist. Manche hatten heute den Fokus auf die Liga schon, andere müssen das offenbar erst noch hinkriegen“, gab ein hörbar erleichterter Manager Wolfgang Heyder zu Protokoll. Gemeinsam mit 5.446 Zuschauern in der Trierer Arena hatte er zum Ende des vierten Viertels mit ansehen müssen, wie Dru Joyce den Wurf aus der Nahdistanz vergab, der seiner Mannschaft wohl den im Vorfeld keineswegs zu erwartenden fünften Saisonsieg gebracht und eine tolle Aufholjagd gekrönt hätte. „Indem wir so fahrlässig mit der Führung von zehn Punkten umgegangen sind, haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Einfache Korbleger haben wir nicht versenkt und unerklärlicherweise mit Zauberkunststücken angefangen“, kritisierte Heyder das allzu lässige Auftreten.

Trierer Zirbes dominierte an den Brettern

Dies schlug sich auch in der Statistik nieder, welche die Mannen von der Mosel als Beherrscher des Luftraums über den Körben ausweist. „Maik Zirbes hat unsere langen Leute heute am Brett komplett dominiert. Tibor Pleiß, Marcus Slaughter und P.J. Tucker waren für mich Enttäuschungen, sie müssen in den nächsten Spielen ohne Wenn und Aber zulegen“, hob Heyder den jungen Center des Gegners ausdrücklich hervor, lobte jedoch auch das Trierer Team insgesamt: „Ich muss meinen Hut von Henrik Rödl ziehen, sein Team spielt eine unglaublich bissige Verteidigung und alle gehen hart zum Ball.“ Bamberg hingegen befiel das bekannte Auswärts-Phlegma. Schwerfällig und unkonzentriert bekam man keine Konstanz ins eigene Spiel, Möglichkeiten sich abzusetzen wurden durch Ballverluste, Fehlwürfe und Fahrkarten von der Freiwurflinie weggeworfen.

Gavel übernahm in der Verlängerung

Wie schon öfter in dieser Saison gesehen, fehlte der Killerinstinkt, um schon frühzeitig klare Verhältnisse zu schaffen. Jacobsen hatte per Dreier nach 31 Minuten für den Zwischenstand von 48:58 gesorgt, es folgte aber wieder allgemeine Lethargie und Nachlässigkeit, woraufhin die Heimmannschaft bis auf einen Zähler verkürzte. Roberts verschaffte Bamberg mit fünf Zählern am Stück scheinbar Luft, allerdings folgten vier punktlose Minuten, in denen Trier den 63:63-Ausgleich schaffte und die Verlängerung erzwang. Hier übernahm Anton Gavel die Verantwortung, erzielte alleine elf der zwölf Bamberger Zähler in den fünf Extraminuten, wodurch er noch zum Topscorer der Partie wurde.

TBB Trier: Linhart (16), Joyce (15), Zirbes (15), Zwiener (12), Seiferth (4), Bynum (3), Faßler (2), Dojcin (2), Washington (1), Picard, Saibou
Brose Baskets: Gavel (20), Roberts (16), Jenkins (9), Jacobsen (7), Tucker (7), Slaughter (6), Suput (5), Tadda (3), Neumann (2), Pleiß
Ausführliches Scouting


- Anzeige -