Samstag, den 04. September 2010 um 23:33 Uhr
Erster Aperitif macht Lust auf mehr
Von Felix Pflaum   
„Wir haben jetzt zwei Wochen hart trainiert und waren heiß darauf, uns endlich einem Gegner zu stellen. Das Spiel war typisch für die Vorbereitung, beide Teams haben gute Ansätze gezeigt, aber auch noch viele Fehler gemacht, die es abzustellen gilt“, resümierte Headcoach Chris Fleming gewohnt sachlich das erste Auftreten seiner neuen Mannschaft, die in ihrem ersten Testspiel zur Saison 2010/11 die WALTER Tigers Tübingen in Ebermannstadt deutlich mit 90:62 (54:32) schlug.

Kyle Hines überzeugte bei seinem Debüt im Brose-Dress mit 17 Punkten und neun Rebounds. Foto: Daniel Löb

Kyle Hines überzeugte bei seinem Debüt im Brose-Dress mit 17 Punkten und neun Rebounds. Foto: Daniel Löb

„So eine Partie besitzt keinerlei Aussagekraft für die Saison. Natürlich möchte man immer gewinnen, aber es ist nicht wichtig, dass man es im September tut, sondern im Mai und Juni“, machte der Doublegewinner klar, dass im Moment andere Dinge im Fokus stehen; so zum Beispiel die Integration der beiden neu verpflichteten US-Boys Kyle Hines und Reyshawn Terry sowie einiger junger Leute aus dem Nachwuchs. Speziell die beiden Ersteren dürften bei den Bamberger Fans schon einen Stein im Brett haben: Terry erzielte bei seinem Debüt 22 Punkte, Hines überzeugte mit 17 Zählern, neun Rebounds und vier Steals. „Beide sind noch relativ jung und ehrgeizig, sie passen charakterlich gut zu uns und haben heute angedeutet, was in ihnen steckt“, so Fleming. „Wir wollten durch sie athletischer und reboundstärker werden, dieses Ziel haben wir, denke ich, erreicht.“

Sowohl der optische Eindruck als auch die Statistik unterstrichen diese Feststellung, besonders vor dem Seitenwechsel griff der Doublegewinner so gut wie jeden Abpraller an den Brettern ab. 22:6 führte man die Reboundstatistik zur Pause an, am Ende waren es 40:23 gegen allerdings recht müde Schwaben, die ihr drittes Spiel in relativ kurzer Zeit absolvierten. Die Brose Baskets hingegen agierten vor allem in der ersten Hälfte wie aufgezogen und zeigten spektakuläre Aktionen ebenso wie überraschende taktische Varianten: Nach eigenen Freiwürfen zogen sich die Fleming-Mannen nicht wie gewohnt zurück, sondern praktizierten eine Presse über das gesamte Feld, auch Zonenverteidigung streute man immer wieder ein.

Bereits am Dienstag folgt der nächste Test, dann trifft man in Breitengüßbach auf den bislang in der Vorbereitung ungeschlagenen oberfränkischen Ligakonkurrenten aus Bayreuth. Auch hier werden Hines und Terry sicherlich wieder unter besonderer Beobachtung stehen, immerhin stehen sie auf ihren Positionen mit Jared Reiner und Koko Archibong zwei ehemaligen Bambergern gegenüber.