Mittwoch, den 09. November 2011 um 21:35 Uhr
Beide brauchen den Sieg
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


Besser könnten die Voraussetzungen für ein intensiv geführtes Spiel zwischen Zalgiris Kaunas und den Brose Baskets kaum sein. Wenn am Donnerstag um 18.45 Uhr deutscher Zeit in Litauens Basketballhauptstadt, so prangt es auf dem Ortsschild von Kaunas, der Sprungball zum vierten Euroleague-Spieltag stattfindet, geht es sowohl für den Litauischen wie auch für den Deutschen Meister um sehr viel.


„Das Spiel in Kaunas ist eines, das wir nicht gewinnen müssen, aber gewinnen wollen“, nimmt Headcoach Chris Fleming seinen Spielern zwar öffentlich den Druck, ein Blick aufs Tabellenbild spricht aber eine andere Sprache. Aktuell liegt Kaunas mit einer 0:3-Bilanz hinter den Oberfranken (1:2), hatte dabei aber nur ein Heimspiel gegen den Gruppenfavoriten Moskau (74:87), in dessen Anschluss Clubeigner Wladimir Romanov Trainer Elias Zouros und seinem Assistenten den Stuhl vor die Tür stellte. In Malaga verlor man unglücklich erst in der Verlängerung, in Athen vor einer Woche im ersten Euroleague-Spiel unter der Führung des erfahrenen neuen Trainers Trifunovic, einst beim Erzrivalen Lietuvos Rytas Vilnius verantwortlich, hingegen klar. Das vor der Saison mit den NBA-Spielern Ty Lawson (Denver Nuggets) und Sonny Weems (Toronto Raptors) verstärkte Team kann somit bislang keinen Erfolg auf der Habenseite vorweisen.

NBA-Importe noch nicht voll integriert

Am Potential der einzelnen Bausteine des Teams zweifelt niemand, allerdings stellte sich vielen Beobachtern bereits vor der Saison die Frage, ob es gelingen könnte, die beiden US-Importe mit der europäischen Mehrheit im Kader zu einer produktiven Einheit zu formen. Die Klasse eines Mantas Kalnietis, Tomas Delininkaitis, Paulius Jankunas und Robertas Javtokas, um alleine die litauischen Nationalspieler zu nennen, ist ebenso unbestritten wie die von Weems und Lawson. Als kompatibel jedoch erwiesen sie sich bislang in der Euroleague nicht wie erhofft. „Zalgiris ist eine Mannschaft, die für große Ziele zusammengestellt wurde und entsprechend sind die Erwartungen. Nach dem Trainerwechsel werden sie noch strukturierter spielen. Sie haben viele litauische Nationalspieler, mit Lawson und Weems zwei NBA-Spieler und dazu Spieler mit großer europäischer Erfahrung wie Marko Popovic geholt“, spricht Chris Fleming mit viel Respekt vom Gegner, sieht die Aufgabe aber nicht als unmöglich an: „Ich glaube fest an unsere Chancen. Ich bin überzeugt, dass wir von den Erfahrungen der letzten Wochen profitieren und dass wir die Leute im Team haben, um in Kaunas zu bestehen.“

Wiedersehen mit Collins

In die Suppe spucken würde den Domstädtern dabei jemand, der im Januar 2007 im Unfrieden aus Bamberg verschwand. Für DeJuan Collins, der in zehn Tagen seinen 35. Geburtstag begießen wird, ist es bereits sein zweites Engagement in Kaunas, wo er nach 18 Punkten zum Auftakt gegen Moskau und zwei Nullrunden in den Auswärtsspielen, zweifellos seinen Teil zum Sieg gegen den Ex-Arbeitgeber beitragen möchte. Der konnte bei seinem ersten Euroleague-Gastspiel 2005/2006 in Kaunas nichts reißen, weiß nun aber einen Experten in seinen Reihen, der das Gefühl kennt, dort zu gewinnen. Vor 15 Jahren siegte Assistant Coach Stefan Weissenböck dort als Spieler mit UKJ St. Pölten, was er noch heute als den schönsten Erfolg seiner aktiven Laufbahn bezeichnet.