Wir verlosen 1x2 Tickets für das Heimspiel der Brose Baskets gegen die Artland Dragons am Samstag, den 19. Mai 2012, um 14.30 Uhr in der Bamberger Stechert Arena. Zur Teilnahme senden Sie uns einfach eine E-Mail (Betreff: Brose-Verlosung) samt Kontaktdaten. Einsendeschluss ist der 18. Mai 2012.
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| Dienstag, den 10. November 2009 um 01:47 Uhr |
| „Es läuft wohl auf einen harten Kampf hinaus“ |
| Von Felix Pflaum (Foto: Telekom Baskets Bonn / Detutsche Telekom AG) |
![]() Mit seinen bald 36 Lenzen befindet er sich im besten Center-Alter und scheint überdies wie ein guter Wein mit den Jahren immer besser zu werden: Die Rede ist von Chris Ensminger. Am Mittwochabend gastiert der langjährige Bamberger Kapitän und Publikumsliebling mit den Telekom Baskets Bonn in der JAKO Arena. COURT-VISION.DE sprach im Vorfeld der Begegnung mit “Mr. Rebound“ über die aktuelle Situation und das bevorstehende Duell. Beide Teams mussten am Sonntag zweistellige Heimniederlagen hinnehmen. Was bedeutet das für die anstehende Begegnung am Mittwoch? Chris Ensminger: „Wir fahren nach Bamberg, um dort ein gutes Spiel zu zeigen. Bamberg wird nach der Geschichte gegen Berlin jedoch sicherlich bereit sein. Wir müssen gerade in der Abwehr deutlich mehr Leistung zeigen als gegen Bremerhaven, denen wir zu viele leichte Punkte gestattet haben. Beide Teams wollen zurückkommen, von daher läuft es wohl auf einen harten Kampf mit nicht allzu vielen Punkten hinaus.“ Deine Mannschaft ist aktuell gerade auf dem Flügel ein wenig dezimiert. Kann man vielleicht schon in Bamberg mit einem neuen Gesicht im Bonner Trikot rechnen? Chris Ensminger: „Ich weiß zumindest nichts von einem neuen Spieler und denke, dass schon etwas passiert wäre, wenn bereits am Mittwoch ein Neuer für uns hätte auflaufen sollen. Von daher müssen wir einfach hoffen, dass Tim Ohlbrecht und Alex King uns hoffentlich wieder helfen können, und die Lücke als Mannschaft schließen, die Vince Yarbroughs Fußverletzung gerissen hat. Als Ausrede darf das nicht herhalten, auch wenn wie gestern nur sieben Mann einsatzfähig waren. Solange mindestens fünf Jungs da sind, müssen die eben alles geben und eng zusammenrücken, um Ausfälle zu kompensieren.“ Bamberg hat am Sonntag ein Katastrophenspiel hingelegt, ihr hattet ein ähnliches Erlebnis zuhause gegen den MBC. Wie kann so etwas passieren? Chris Ensminger: „Ich denke, dass man die beiden Spiele nicht unbedingt miteinander vergleichen kann. In Bamberg spielten zwei Teams, die ein Wort um den Titel mitsprechen wollen, gegeneinander, bei uns war es eher ein Spiel "Goliath gegen David“. In Topspielen ist man normalerweise automatisch motiviert, wir hingegen haben den MBC damals einfach krass unterschätzt und sind ihnen ins offene Messer gelaufen. Sie gewannen mit jedem Wurf an Selbstvertrauen, wir haben es nie geschafft, einen Gang hochzuschalten und das Moment des Spiels an uns zu reißen, weil Herz, Elan und Energie gefehlt haben. Für sie wurde dann irgendwann der Korb so groß wie der Ozean. Zudem glaube ich, dass man anders als vor ein paar Jahren Spiele nicht mehr im Vorfeld als sichere Siege abhaken kann, weil die Liga enger zusammenrückt, jeder jeden an bestimmten Tagen besiegen kann und es immer wieder Überraschungen gibt wie letzte Saison Göttingen.“ Du kennst es aus dem letzten Jahr mit Paderborn, aber auch schon aus Bamberger Zeiten, dass man nach einem schwachen Start noch eine erfolgreiche Saison spielt. Was muss passieren, um die Wende schaffen zu können? Chris Ensminger: „Man darf nicht aufstecken und muss es schaffen, sich Selbstvertrauen zu holen. Oft ist es so, dass weniger erfolgreiche Teams augenscheinlich nicht viel anders machen als erfolgreiche, sie scheitern aber, weil ihnen einfach das Selbstvertrauen in ihren Aktionen fehlt und deswegen nichts klappt. In Paderborn hatten wir letztes Jahr im November ein Spiel in Köln, vor dem es nicht besonders gut lief. Nachdem wir dort dann nach zweifacher Verlängerung gewonnen hatten, passten auf einmal alle Teile ineinander, wir verloren nur noch ein einziges Heimspiel in der Saison und hätten fast Berlin aus den Playoffs geschossen. In Bamberg war es ähnlich, als mit Steffen Hamann und Casey Jacobsen zwei Spieler zum Team stießen, das auf einmal funktionierte und Fahrt aufnahm. Ein paar Erfolgserlebnisse wirken oft wahre Wunder und man darf nicht vergessen, dass im Basketball Erfolg und Misserfolg oft nahe beieinander liegen. Wenn man unsere Spiele gegen Quakenbrück und in Düsseldorf anschaut, könnten wir auch mit einer 6:2-Bilanz zur Spitze gehören, so sind wir eben derzeit nur Siebter.“ Du bist Anfang der Saison nach Bonn gekommen, wo Du zu Bamberger Zeiten milde ausgedrückt nicht gerade ein Fanliebling warst. Wie hat man Dich empfangen, musstest Du viel Überzeugungsarbeit leisten? Chris Ensminger: „Nein, das war nicht überhaupt nötig. Ich tue, was ich schon immer tue, nämlich meine Leistungen für sich sprechen zu lassen, und das überzeugt die Fans. Sie honorieren, wenn jemand gewissenhaft und hart arbeitet, ich genieße es, wenn sie mir zujubeln wie beim Fantalk nach unserem Sieg über Berlin. Bonn ist sehr gut zu mir, eine wirklich großartige Umgebung, um Basketball zu spielen!“ Dein neuer Coach Mike Koch genießt einen exzellenten Ruf, vor allem weil er Leistungen aus Spielern herauskitzelt, die man ihnen anderswo nicht zugetraut hätte. Was siehst Du als sein Erfolgsrezept? Chris Ensminger: „Mike Koch versteht nicht nur das Spiel, das er selbst ja bis in seine späten 30er auch auf allerhöchstem Niveau gespielt hat, sondern ist auch einfach jemand, der weiß, wie Spieler ticken und behandelt werden müssen. Er gibt den Leuten Vertrauen, aber vor allem lässt er sie eben auch spielen, damit sie sich entwickeln können. Niemand lernt etwas, wenn er eine Minute auf dem Feld steht, nach dem ersten Fehler aber schon wieder ausgewechselt wird. Hier bekommen Spieler die Gelegenheit, ihre Fehler selbst wieder auszubügeln und das zahlt sich auf lange Sicht eben aus. Tim Ohlbrecht ist da ein gutes Beispiel, bei dem es mir sehr viel Spaß macht, ihn wieder im Team zu haben und mit ihm arbeiten zu können. Hier darf er als Power Forward spielen, was mit seiner Athletik und seinem Wurf eindeutig die richtige Position für ihn ist. Solche Jungs muss man aufbauen und entwickeln, damit eine personelle Konstanz und Kontinuität entstehen kann. Die Fans hier wollen nicht jedes Jahr zehn neue Amerikaner sehen, aber irgendwer muss dann eben auch die Einheimischen mal spielen lassen.“ Möchtest Du Deinen alten Fans aus Bamberg vor dem Spiel noch etwas mitteilen? Chris Ensminger: „Eine Rückkehr nach Bamberg, wo ich sieben tolle Jahre hatte, wird für mich immer ein besonderes Erlebnis sein. Ich freue mich auf eine volle Halle mit ihrer besonderen Atmosphäre und das Wiedersehen mit alten Freunden, die mir sicher wie im letzten Jahr einen tollen Empfang bereiten werden. Trotzdem werde ich natürlich am Mittwoch alles dafür tun, den Telekom Baskets Bonn zum Sieg zu verhelfen. Das ist meine Aufgabe.“ |